Die Puritaner sind an der Macht, wollen das Volk moralischer machen. Großbritannien soll von sämtlichen Lastern gesäubert werden: Alkohol, Bingo, erotische Etablissements. Bis zu 90 Prozent Steuern auf alles, was den Engländern Freude macht.

Ausbaldowert haben dies Premierminister George Venables und sein Schatzkanzler Hector Cramond in der Downing Street Nummer 10. Eigentlich ist der Schatzmeister der Strippenzieher, der Premierminister würde lieber alles so belassen, wie es ist, ist er doch auch kein Kind von Traurigkeit, Alkohol, Tabak und vor allem schönen Frauen nicht abgeneigt.

Ein Premierminister in Nöten: Wie soll Premier George Venables (Gerald Hacker) seiner Frau Sybil (Hilde Butz) das rote Kleid erklären?
Ein Premierminister in Nöten: Wie soll Premier George Venables (Gerald Hacker) seiner Frau Sybil (Hilde Butz) das rote Kleid erklären? | Bild: Marion Rank

Genau die mischen aber plötzlich das Leben des Premiers, seines Schatzkanzlers und des Parlamentarischen Privatsekretärs auf. Das neueste Theaterstück der Festspielgemeinde Bad Säckingen „Verzeihung, Herr Premierminister“, eine Farce von Edward Taylor und John Graham, übersetzt von Horst Willems, ist eine Boulevardkomödie, die vor rund 20 Jahren geschrieben wurde.

Aufgeführt wird das Stück an drei Wochenenden im März und April, Premiere wird am Freitag, 29. März, um 19.30 Uhr gefeiert.

Noch ahnt Premierminister George Venables (Gerald Hacker) nicht, welches Unheil sich gleich zusammenbraut.
Noch ahnt Premierminister George Venables (Gerald Hacker) nicht, welches Unheil sich gleich zusammenbraut. | Bild: Marion Rank

Die langjährige Regisseurin Renate Kraus hat sich bewusst wieder für eine Komödie entschieden: „Das mag unser Publikum am liebsten.“ Die Entscheidung aus rund 30 gelesenen Theaterstücken fiel zugunsten „Verzeihung, Herr Premierminister“ – sobald Kraus wusste, wer von den Darstellern mitspielen werde.

Abhängig davon, wie viele Frauen oder Männer mitspielen wollen, wähle sie die Theaterstücke. Die Stücke müssen auch altersmäßig passen, so Kraus: „Eine 20-Jährige kann noch einen Teenager spielen, zur Not kann eine Frauen- oder Männerrolle auch passend auf das andere Geschlecht umgeschrieben werden.“ Aber einfacher sei es schon, wenn die Rollen auch auf die Charaktere passen würden.

Die liebestolle Sekretärin des Schatzkanzlers, Miss Frobisher (Anne-Kathrin Ragusa), macht dem Parlamentarischen Privatsekretär Rodney Campell (Detlef Bengs) zu schaffen.
Die liebestolle Sekretärin des Schatzkanzlers, Miss Frobisher (Anne-Kathrin Ragusa), macht dem Parlamentarischen Privatsekretär Rodney Campell (Detlef Bengs) zu schaffen. | Bild: Marion Rank

Mit der Wahl des passenden Stücks ist es für Renate Kraus nicht getan. Wenn es an die Proben kurz vor der Premiere geht, wirft sie neben Mimik und Gestik auch ein strenges Auge auf das Äußere der Darsteller: Hat das Kleid die richtige Farbe, den richtigen Schnitt?

Mal mehr oder weniger sexy, die Schuhe mal höher, mal flacher, der Gürtel etwas breiter die Taille betonend, die Haare echt oder eine Perücke. Bis zuletzt wird gefeilt, Kleidungsstücke oder Accessoires getauscht. Wenn es sein muss, durchsuchen die Darsteller das eigene Heim nach dem Passenden.

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In diesem Jahr stehen Detlef Bengs, Gerald Hacker und Helmut Kaltenbach auf der Bühne, ebenso Luisa Buckmann, Hilde Butz, Evelyn Marten, Anne-Kathrin Ragusa und Sandra Lutz. Die eine überspannt, die andere liebestoll, die Nächste sorgt für Chaos.