Aus und vorbei: Die Gruppe Hochrhii-Hotzenwald der Muettersproch Gsellschaft gibt es nicht mehr und ist nun Geschichte. Weil sich für die bisherige Vorsitzende der Gruppe keinen Nachfolger mehr gefunden hatte, stimmten die Mitglieder für die Auflösung der Gruppe. Trotz der Auflösung gehören die Mitglieder weiterhin zum Hauptverein der Muettersproch Gsellschaft. Das Vermögen der Gruppe geht an den Hauptverein.

Seit 1980 gab es die Gruppe „Hochrhii-Hotzenwald“ und diente der Pflege der alemannischen Mundart. Doch traten in den vergangenen Jahren keine neuen, vor allem junge Mitglieder der Gruppe bei. Die bisher 78 Mitglieder haben einen Altersdurchschnitt von 70 Jahren.

Sechs Jahre hatte Erika Hirtler jetzt den Vorsitz der Gruppe Hochrhii-Hotzenwald inne. Und schon bei den letzten Wahlen vor drei Jahren kündigte sie ihren Rücktritt an. "Bisher hat sich allerdings kein Nachfolger gefunden", so Erika Hirtler jetzt bei der jüngsten und letzten Hauptversammlung der Gruppe, am gestrigen Mittwoch. Die Mitglieder der Gruppe kamen nicht nur allein aus Bad Säckingen, sondern aus Wehr und Schwörstadt, aus dem gesamten Hotzenwald bis St. Blasien und wieder runter bis Albbruck.

Selbst die an der Hauptversammlung anwesende Uschi Isele, Schriftführerin des Hauptvereins der Muettersproch Gsellschaft, die die Wahlen leitete, hat es nicht geschafft, die Mitglieder zum Amt des Vorsitzenden zu bewegen. "Schon eine gewisse Zeit haben wir damit zu kämpfen, dass wir mehr Abgänge als Zugänge von Mitgliedern vorweisen können", erklärt sie. Somit sei die Auflösung der Gruppe Hochrhii-Hotzenwald nur eine logische Konsequenz.

Selbst die Zusicherung der bisherigen Vorsitzenden, dem Vorstand auch weiterhin treu zu bleiben, nur eben nicht als Vorsitzende, konnte nicht verhindern, dass sich die Mitglieder mehrheitlich für die Auflösung der Gruppe ausgesprochen haben.

Seit Bestehen der Gruppe, hat sich die Gruppe monatlich zu Veranstaltungen zur Pflege der alemannischen Mundart getroffen. Waren es vor Jahren noch die Mitglieder selbst, die ihre selbstverfassten Gedichte und Geschichten auf alemannisch vorgetragen hatten, musste in jüngster Zeit immer mehr auf Gastautoren zurückgegriffen werden.

"Auch die jungen Leute haben einfach keinen Bezug mehr zur Mundart", bedauert es die bisherige Vorsitzende. Aber auch der Verein selbst, habe die Mitgliederwerbung in den vergangenen Jahren vernachlässigt, wie die Vorsitzende zugibt. „Die Leute sehen einfach nicht, dass Mundart ein schützenswertes Gut ist“, kam bei Erika Hirtler dann noch ein wenig Wehmut auf.

 

Der Verein

Der Sitz des Hauptvereins der Muettersproch Gsellschaft ist Freiburg. Organisatorisch teilt sich der Hauptverein in Regionalgruppen auf. Nach der Auflösung der Gruppe Hochrhii-Hotzenwald zum 31. März, finden sich die nächsten Gruppen in Waldshut-Tiengen, im Wiesental, im Dreiländereck und im Hochschwarzwald. Die Teilnehmer der Gruppe Hochrhii-Hotzenwald bleiben auch nach der Auflösung Mitglied der Muettersproch Gsellschaft.