Bad Säckingen Hochrhein-Spitäler rutschen weiter ins Defizit: Alarmstufe vor der bevorstehenden Entscheidung?

Geschäftsführer präsentiert in Görwihl aktuelle Zahlen: Kreistagsentscheidung am 25. Oktober umstritten.

Spitalgeschäftsführer Hans-Peter Schlaudt präsentierte heute Nachmittag reichlich rote Zahlen zu den beiden Krankenhäuser in Waldshut und Bad Säckingen vor dem Kreistag, der in Görwihl tagte. Er zeichnete eine schwierige Situation, ließ sich aber nicht in die Karten schauen. Seine Darstellungen ließen wenig Spielraum für Interpretationen über die Zukunft des Spitals Bad Säckingen. Da zur endgültigen Beurteilung noch ein Gutachten fehlt, wird Schlaudt erst in der Kreistagssitzung am 25. Oktober dem Gremium verschiedene Handlungsoptionen vorschlagen. Er sprach von drei Szenarien, die unter bekannten Prämissen auf die nächsten sieben Jahre fortgeschrieben würden. Jede der Varianten werde er mit einem Preisschild versehen. Dann müsse sich der Kreistag umgehend entscheiden, forderte Schlaudt, denn weitere langwierige, öffentliche Diskussionen seien schädlich.

Der neue Geschäftsführer, der erst seit August im Amt ist, nannte für dieses Jahr ein aktuelles Defizit von 12,5 Millionen Euro, 7,6 Millionen in Bad Säckingen und 4,9 in Waldshut. Das zeige deutlich, dass nicht nur in Bad Säckingen, sondern an beiden Standorten Probleme vorhanden seien. Auch das in Waldshut angegliederte medizinische Versorgungszentrum Medicum weist ein Defizit von 280.000 Euro aus.

Schlaudts Beschreibung der organisatorischen Situation in beiden Häusern zeigte dasselbe desaströse Bild wie schon im Kienbaumgutachten vor zwei Jahren. Keine einheitliche IK-Nummer (Institutionskennung des Krankenhauses), keine einheitliche Software, unterschiedliche Prozesse oder etwa fehlerhaftes Rechnungsmanagement. Schlaudt: "Da beschweren sich Patienten bei mir, dass sie keine Rechnung oder eine falsche bekommen haben". All diese Dinge müssten verbessert und dringend vereinheitlicht werden.

SPD-Kreisrätin Rita Schwarzelühr-Sutter bemerkte dazu in der anschließenden Diskussion: "Und täglich grüßt das Murmeltier." Das seien genau die Themen, die schon seit langem bekannt seien. Der neue Geschäftsführer räumte dazu ein: "Wenn sich so etwas seit dem Kienbaumgutachten über zwei Jahre hinzieht, kann das tödlich sein für ein Unternehmen."

Unmut äußerten im Nachgang einige Kreisräte auch über die Forderung, gleich in der kommenden Sitzung einen Beschluss fassen zu sollen. Wenn Geschäftsführer Schlaudt am 25. Oktober seine drei Szenarien vorstelle, müssten die Fraktionen in der Folge wenigsten einige Tage Zeit haben für Prüfung, Abwägung und Meinungsfindung. Eine sofortige Entscheidung in derselben Sitzung sei ein Schnellschuss, hieß es am Rande.

Kritisiert wurde in der Sitzung etwa von der Grünen-Fraktionschefin Ruth Cremer-Ricken die dauerhaft schlechte Personalpolitik der Vergangenheit. Unter früheren Geschäftsführungen seien speziell Mitarbeiter am Standort Bad Säckingen gedemütigt worden. Deshalb dürfe man sich nicht wundern, dass das Haus – wie es Schlaudt zuvor ausgedrückt hatte – "heute fast leer ist".

SPD-Kreisrat und Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl wollte wissen, ob Schlaudt denn einen fertigen Plan für die Bauarbeiten in Bad Säckingen habe, falls der Kreisrat sich für eine Sanierung des Standortes entschließe. In diesem Falle, so Schlaudt, müssten dann die Arbeiten zunächst ausgeschrieben werden.

Kreisrat Josef Klein (Freie Wähler) sprach vom Vertrauen, dass verspielt worden sei. Sein Vertrauen sei zwar noch nicht ganz abhanden gekommen. Dennoch sei er irritiert, dass zur Sitzung nicht wie versprochen alle Fakten vorgelegt wurden. Das seien erneut unnötige Verzögerungen, so Kleins Kritik.

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