Mit einem fulminanten Endspurt hat der Windpark Hasel seine Jahresbilanz aufpoliert: Etwa 18,4 Gigawattstunden standen zum Jahresende auf dem Zähler, der die produzierte Strommenge misst. Zur Einordnung: Eine Gemeinde in der Größe von Hasel hat einen Jahresgesamtverbrauch 2,2 Gigawattstunden. Allein die aktuelle Jahreserzeugung könnte somit rechnerisch den Strombedarf von Hasel von 8,5 Jahren decken. Der Windpark war Anfang 2018 in Regelbetrieb gegangen.

Dezember war Rekord

Knapp drei Gigawattstunden erzeugten die drei Windräder auf dem Glaserkopf im Dezember. Damit war der letzte Monat des Jahres auch der bislang ertragreichste. Und das mit deutlichem Abstand, denn bislang war es überhaupt nur ein einziges Mal gelungen, die Zwei-Gigawattstunden-Marke innerhalb eines Monats zu knacken.

Milan sorgte für Zwangsstopp

Dass die usrprünglich angestrebte Strommenge von etwa 20 Gigawattstunden am Ende des Jahres doch relativ deutlich verfehlt wurde, ist für EnBW-Sprecher Ulrich Stark keine Überraschung. „Das liegt vor allem an den Standzeiten im ersten Halbjahr“, erklärt Stark. Zur Erinnerung: Zwei der drei Windräder durften sich sich zwischen Anfang März und Ende Juli tagsüber nicht drehen. Der Grund war eine Auflage in der Genehmigung, die vorsah, dass während der Mähzeiten der angrenzenden Wiesen die Windräder still stehen müssen.

Auf frisch gemähten Wiesen tummeln sich nämlich geschützte Rotmilane auf Futtersuche. Da aber erst Ende Juli eine Vereinbarung zwischen Windparkbetreiber, Weideverein Gersbach und einem Grundtsückseigentümer getroffen wurde, dass die Mähzeiten rechzeitig gemeldet werden, standen zwei Windräder mehrere Monate tagsüber grundsätzlich still. „Wir haben in den kommenden Jahren also durchaus noch Steigerungspotenzial“, so der EnBW-Sprecher. Wobei es aber fraglich bleibt, wieviel Strom dem EnBW-Konzern durch die unfreiwilligen Standzeiten überhaupt entgangen ist. „Die ertragreichste Zeit ist für uns der Herbst“, weiß Ulrich Stark. Tatsächlich liegen die Monate Oktober bis Dezember in der Statistik deutlich vorne. Fasst man das gesamte vierte Quartal zusammen, stehen insgesamt sieben Gigawattstunden zu Buche, also deutlich über ein Drittel der Jahressumme.

Über 18 Gigawattstunden hat der Windpark Hasel im Jahr 2018 erzeugt. Bild: Justus Obermeyer
Über 18 Gigawattstunden hat der Windpark Hasel im Jahr 2018 erzeugt. Bild: Justus Obermeyer

Ob der Energieversorger das geplante vierte Windrad noch errichten wird, steht derzeit in den Sternen. Zwar gibt es eine offizielle Genehmigung des Landratsamts Lörrach vom November 2016, allerdings läuft dagegen noch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht. „Die Genehmigung ist 24 Monate gültig. Durch die Klage wird diese Frist aber unterbrochen“, erklärt Stark. „So lange es kein rechtskräftiges Urteil des Verwaltungsgerichts gibt, beschäftigen wir uns nicht mit der Frage, ob wir ein viertes Windrad bauen. Auf das ursprünglich geplante fünfte Windrad hatte EnBW freiwillig verzichtet. Der Grund: Die erwarteten Baukosten an diesem schwierigen Standort standen nicht im Verhältnis zum prognostizierten Ertrag.

Um auch die Bürger der vom Windpark betroffenen Gemeinden an der Energiewende zu beteiligen, hat EnBW im Herbst ein Beteiligungsmodell gestartet. „Eine niedrige bis mittlere zweistellige Zahl von Bürgern aus Hasel, Wehr und Schopfheim hat ihr Interesse angemeldet“, so Stark.

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