Bei den Harpolinger Zukunftstagen am vergangenen Wochenende ging es um eine Vielzahl an ortsrelevante Themen, zu denen auch die Bürger direkt miteinbezogen wurden. Zu der Veranstaltung hatte der Verein „Daheim in Harpolingen“ eingeladen, die gut besuchte Veranstaltung wurde von Martin Müller, Fachberater für bürgerschaftliches Engagement beim Städtetag Baden-Württemberg moderiert.

Nach der Begrüßung der Vorsitzenden Christine Oechslein zeigte sich schnell, dass dies nicht nur eine Informationsveranstaltung wird, sondern dass von den Teilnehmern aktives Handeln und Mitdenken gefragt ist. Laut Oechslein sei es wichtig zu verhindern, dass weiter Strukturen im ländlichen Raum wegbrechen. Außerdem müsse die Attraktivität für junge Familien gesteigert werden, wobei gleichzeitig das Altwerden in der vertrauten Umgebung möglich bleiben müsse. Christine Oechslein: „Die Faktoren hierfür sind Arbeit, genügend Wohnraum, Schule und Kinderbetreuung, die Mobilität und die Möglichkeit für eine schnelle Internetverbindung.“

Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl betonte, es sei im bürgerschaftlichen Dialog wichtig, die Menschen und ihre Anliegen Ernst zu nehmen. Er freute sich jedenfalls auf einen "spannenden Tag mit vielen Diskussionen“. Durch Moderator Martin Müller wurde der Tag sehr lebendig, er brachte seinen Wissen mit viel Witz ein. Was ihn übrigens abschließend am meisten überrascht hatte, war die Tatsache, "dass die Jugend gesagt hat, dass ihnen Bauplätze wichtig sind“.

Nach einer Einleitung von Schulleiter Steffen Wurster über die Entwicklung der Josef-Anton-Sickinger Grundschule ging es weiter mit dem Thema schnelles Internet. Christoph Schneider, der sich dafür einsetzt, dass schnelles Internet in allen Ortsteilen möglich ist, war froh zu hören, dass Alexander Guhl beim Bund bereits ein Zuschussantrag gestellt hat. „Das Thema muss allerdings noch weiter verfolgt werden", so Christioph Schneider.

Die Schüler der Josef-Anton-Sickinger Grundschule haben ihre ganz eigenen Vorstellungen, was zu verbessern ist. Mutig trugen die fünf Jungen Luca Schneider-Bertucco, Niklas Bäumle, Lennart Bäumle, Sedrick Schneider und Simon Kürz ihr Anliegen vor.
Die Schüler der Josef-Anton-Sickinger Grundschule haben ihre ganz eigenen Vorstellungen, was zu verbessern ist. Mutig trugen die fünf Jungen Luca Schneider-Bertucco, Niklas Bäumle, Lennart Bäumle, Sedrick Schneider und Simon Kürz ihr Anliegen vor. | Bild: Christiane Pfeifer

Umfangreich war auch der Bericht von Stadtbaumeister Michael Rohrer. Es sei geplant, Baulücken zu schließen und weitere Flächen für die Bebauung freizugeben. Michael Rohrer erwähnte weiter, „uns ist es wichtig, das Harpolingen harmonisch wächst und das Ortsbild nicht verfremdet wird“.

Aktives Mitgestalten ist an den Arbeitstischen ausdrücklich gewünscht. Hier sieht man die Arbeitsgruppe „Dorfbeiz, genossenschaftliches Cafe“ unter der Gesprächsleitung von Felix Kromer. Alle Generationen sitzen an einem Tisch und Suchen nach Lösungen.
Aktives Mitgestalten ist an den Arbeitstischen ausdrücklich gewünscht. Hier sieht man die Arbeitsgruppe „Dorfbeiz, genossenschaftliches Cafe“ unter der Gesprächsleitung von Felix Kromer. Alle Generationen sitzen an einem Tisch und Suchen nach Lösungen. | Bild: Christiane Pfeifer

Ans Eingemachte ging es dann bei den Workshops. Die Themen waren: Bauen und Wohnen, Schulentwicklung, Altwerden in vertrauter Umgebung, schnelles Internet, Freizeitangebote für Jung und Alt, Dorfbeiz/genossenschaftliches Cafe, Gestaltung von Gebäuden und Verbesserungen. Alle Tische wurden von jeweils einem „Moderator“ betreut. Die Verbesserungsvorschläge wurden notiert und gleich an die Verantwortlichen bei der Umsetzung gedacht. Viele Ideen kamen zusammen, ein Teilnehmer sagte zu Oechslein: „Sie haben in ein Wespennest gestochen, es ist großartig, was hier zusammenkommt“. Auch Kinder aus Harpolingen brachten ihre ganz konkreten Vorschläge vor. So meinte Niklas Bäumle, „es wäre schön, wenn der Fußballplatz, öfters gemäht wird“. Ein anderes Kind wünschte sich eine Hütte im Wald oder eine Crossbahn zum Fahrrad fahren. Auch die Kinder bemängelten die Internetverbindung.

 

Der Verein

Der Verein "Daheim in Harpolingen" zählt aktuell 17 aktive Mitglieder und rund 20 Passivmitglieder. Die Lebensqualität in Harpolingen zu erhöhen, ist eines der Ziele des am 7. März dieses Jahres gegründeten Vereins. Besucher und Interessierte sind auch an den Vereinssitzungen willkommen. Die nächste Veranstaltung des Vereins ist der Adventsbrunnen am 10. Dezember um 17 Uhr auf dem Dorfplatz. Unter der Internetseite www.daheim-in-harpolingen.de oder bei Christine Oechslein (Tel. 07763/801913) gibt es nähere Informationen.