Sensibel werden für eine gerechtere Welt und der richtige Umgang mit Rohstoffen. Im September wird das Kinderhaus Rhein-Au im Rahmen des Fairen Stadtfestes als eine der ersten bundesweit als Faire Kita ausgezeichnet. Die Anregung, sich um die Zertifizierung zu bewerben, kam von der Bad Säckinger Stadtverwaltung, die seit ihrer eigenen Auszeichnung als Faire Stadt, in der Fair Trade Steuerungsgruppe aktiv ist. "Ralf Däubler vom Umweltamt brachte die Idee mit", erklärt Corina Gerspach, die Leiterin des Kinderhauses. Denn weil auch der Träger des Hauses, die Arbeiterwohlfahrt (Awo), sei es naheliegend, dass sich das Kinderhaus um die Zertifizierung bewirbt. 2013 wurde das Projekt "Faire Kita" vom Netzwerk Faire Metropole initiiert, mit dem Ziel Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernern langfristig im Elementarbereich am Beispiel des Themas "Fairer Handel" zu verankern.

Kinder und Erzieher für Thema sensibilisieren

"Am Beispiel dieses Themas sollen die Kinder und Erzieher und im zweiten Schritt die Familien für dieses Thema sensibilisiert werden", erklärt Gerspach. Um sich für eine Zertifizierung zu bewerben, ist eine umfangreiche Bewerbung notwendig. In dieser Bewerbung müssen in Bild und Wort die einzelnen Schritte festgehalten sein, wie die Einrichtung ein Faires Thema gemeinsam mit den Kindern im Vorschulalter erarbeitet. "Wir haben uns für das Thema 'Der Weg eines T-Shirts' entschieden", so die Einrichtungsleiterin weiter. Schritt für Schritt "bereisten" die Kinder die einzelnen Länder und lernten den Baumwollanbau bis zur Verarbeitung das fertige T-Shirt kennen. "Dabei wurden auch auf die Probleme in den einzelnen Ländern aufmerksam gemacht", erklärt Corina Gerspach. Kindgerecht natürlich. Drei Monate befassten sich die Vorschüler intensiv mit dem Thema und lernten so auch die Kultur des jeweiligen Landes kennen. Um die Schritte auch den Eltern sichtbar zu machen, wurden im Flur des Kindergartens Schautafeln aufgestellt. Insgesamt drei Jahre gilt die Zertifizierung.

Zertifikat ist drei Jahre gültig

Doch mit der Bewerbung alleine ist es noch nicht getan. "Wir verpflichten uns mit diesem Zertifikat, dass wir auch in unserem Alltag auf Fair gehandelte Produkte zurückgreifen", so Gerspach weiter. So wird im Kinderhaus nur Fairer Café ausgeschenkt und die Kinder bekommen Tee aus Fairem Handel. Um die Produkte zu beziehen, ist das Kinderhaus eine Kooperation mit dem Weltlädeli in Murg eingegangen. Das Kinderhaus hat das Ziel, sich nicht alleine auf diese drei Jahre, in denen die Zertifizierung gilt, auszuruhen. "Wir wollen auf jeden Fall dranbleiben und das Projekt ausbauen", sagt Corina Gerspach.