Bad Säckingen – Schon gewählt? Ein Kunstwerk für den Publikumspreis auszusuchen, fällt dieses Mal schwer. Ein Indiz für die außergewöhnliche Qualität des Grand Salons 2018, die sich herumgesprochen haben muss, denn bei der Eröffnung am Samstagabend in der Villa Berberich drängten sich so viele Kunstinteressierte wie noch nie. Weit über 200 Besucher suchten den aktiven und offenen Dialog mit den Künstlern. Etwa die Hälfte der 70 Teilnehmer – manche sind viele Hundert Kilometer angereist – war anwesend.

Der Erfolg und das Echo auf diese vierte überblicksartige Verkaufsausstellung, die von der Wehrer Malerin Elena Romanzin kuratiert wird, ist überwältigend. "Mit dem Grand Salon versuchen wir", so die Kuratorin, "Kunst, die von Künstlern handgefertigt wird, eine Plattform zu geben". Elena Romanzin meint damit Kunst, in der die Tradition noch eine Rolle spielt: "Wir wollen, dass das Know-how nicht stirbt, sondern erhalten bleibt." Als Künstler habe man die Verantwortung, diese Tradition, das Fachwissen und das Handwerk lebendig zu erhalten.

Und wie man sieht, gibt es sehr viele Künstler, die diese Vision teilen. Auch das Publikum freut sich an Inhalten, die man sonst bei der zeitgenössischen Kunst vermisst. Die sieben Räume des Ausstellungshauses beinhalten ebenso viele Stationen und Positionen mit Malerei und Bildhauerei. Diese Schwerpunkte wurden schon beim ersten Salon gesetzt und beibehalten: Die Werkschau ist unterteilt in sieben Malerei-Kategorien und das Thema Skulptur.

Bürgermeister Alexander Guhl nannte den Grand Salon, mit dem jedes Jahr das Kunstjahr würdig eingeläutet werde, "eines der ganz großen Kulturereignisse in Stadt und Region", das nicht nur in Künstlerkreisen, sondern bei einer breiten Bevölkerung angekommen sei. Die Stadt habe die Ehre, einen Publikumspreis zu vergeben.

Kulturreferentin Christine Stanzel zeigte sich voller Begeisterung, wie der Kunstsalon in der Tradition fortgeführt und dennoch jedes Mal etwas Neues werde. Und sie lobte den "souveränen Umgang mit den Räumen"; Elena Romanzin kenne jeden Quadratzentimeter der Räume auswendig. Die Kategorien seien zwar gleich geblieben, die Räume aber anders aufgeteilt. Deswegen, so Stanzel, käme keine Routine auf und mit Blickachsen und Kongruenzen würde die Kunst des Sehens auf die Ausstellung übertragen.

Frank von Düsterlho, bei dem die Fäden für Planung und Durchführung zusammenlaufen und der einmal mehr sein Organisationstalent unter Beweis stellte, wies darauf hin, dass ein schönes Begleitprogramm geschnürt wurde. Mit Christine Stanzel wisse man eine Kunsthistorikerin als "feste Institution" in den Reihen der Fachjury. Düsterlho stellte die Juroren vor, die mitausstellen: als Gastjurymitglied Marga Golz und den Galeristen und Begründer des Ötlinger Art Dorfes, Gerhard Hanemann.

Als Dank für ihre Arbeit und "dass immer alles wie am Schnürchen klappt" (Guhl) erhielten die Initiatoren ein passendes Geschenk: zwei Museumspässe. Neu war, dass erstmals ein Weingut aus Wittlingen die Vernissage ausrichtete und Winzersekt ausschenkte.

Großer Kunstsalon

Der Grand Salon in der Villa Berberich Bad Säckingen dauert bis 18. Februar, geöffnet Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr. Im Begleitprogramm finden am 20. Januar die erste Kuratorenführung (15 Uhr) und das erste Konzert mit Anselm König & Beat Riggenbach (20 Uhr) statt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Informationen im Internet:www.grand-salon.de

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