Bad Säckingen (kf) "Und ewig rauschen die Gelder", lautet der Titel des Stücks, das die Festspielgemeinde Bad Säckingen im Frühjahr auf der eigenen Bühne aufführte. Ganz so sehr rauscht es für eine kleine Bühne, wie es die Festspielgemeinde ist, nicht. Das etwa 20-köpfige Ensemble muss sich schon anstrengen, damit es sich über Wasser halten kann. Dank regelmäßig ausverkaufter Vorstellungen steht es aber gut um die Festspielgemeinde – zumal seit zwei Jahren auch noch die Jugend mit im Boot ist. Zweieinhalb Jahre nach der bislang letzten Hauptversammlung des Theaters, gab es für die Vorsitzende, Hilde Butz, und ihre Vorstandskollegen am Montag einiges zu berichten.

1095 Besucher kamen zu den neun Vorstellungen im März und April. Das bedeutete neunmal ausverkauftes Haus, stellte der zweite Vorsitzende, Detlef Bergs, in seinem Bericht fest. Dies ist gleich im doppelten Sinne ein Erfolg. Zum einen, begeistert die Festspielgemeinde auch nach 25 Jahren noch, zum anderen kann die kleine Bühne mit Laiendarstellern so gut über die Runden kommen, kommentierte Kassierer Helmut Kaltenbach. Allerdings bestehe auch der Druck, jedes Jahr eine Inszenierung auf die Bühne bringen zu müssen, um die Kosten der Bühne wieder einspielen zu können. Die Festspielgemeinde hat sich im ehemaligen evangelischen Gemeindehaus eingemietet und bestreitet alle Kosten aus eigener Tasche, ohne öffentliche Zuschüsse.

Im kommenden März wird "Eine etwas sonderbare Dame" auf der Bühne mit dem 60-er-Jahre-Charme zu sehen sein. Das Stück von John Patrick sei nicht ganz so temporeich, wie das letzte, dafür ein wenig tiefsinniger und sehr humorvoll, kündigte Regisseurin Renate Kraus an. Die Proben haben begonnen und natürlich hoffen die Akteure wieder auf volle Zuschauerränge im Frühjahr 2018.

Im April 2015 trafen sich die Mitglieder der Festspielgemeinde zur bislang letzten Hauptversammlung. Kurz danach stieß das "Junge Theater" unter der Leitung der beiden Theaterpädagogen Corina Gerspach und Stefan Meier dazu. Damals brauchten Gerspach und Meier eine Bühne für ihre Abschlussarbeit und fanden diese in den Räumen der Festspielgemeinde. Inzwischen ist das Junge Theater ein fester Bestandteil des kleinen Theaters, aktuell wird die dritte Produktion vorbereitet. Im Juni 2018 soll das Stück "Monster" aufgeführt werden, das sich wieder mit typischen Jugendthemen befasst, wie Stefan Meier am Montag berichtete. Hilde Butz und alle anderen Vorstände und Akteure der Festspielgemeinde zeigten sich sehr angetan von der Arbeit der beiden Theaterpädagogen und freuen sich über den Zuwachs im eigenen Haus.

So wurde Stefan Meier gleich zum neuen Beisitzer gewählt, um dem Jungen Theater auch eine Stimme im Vorstand zu geben. Meier folgt auf Anne Hippin, die nicht mehr kandidierte. Die Vorsitzende Hilde Butz, ihr Stellvertreter Detlef Bergs, Kassierer Helmut Kaltenbach, Schriftführer Günter Kraus sowie Beisitzerin Renate Kraus – gleichzeitig auch Regisseurin der Festspielgemeinde – wurden alle in ihren Ämtern bestätigt.

Das Programm

"Eine etwas sonderbare Dame" lautet der Titel des Stücks, das die Festspielgemeinde im kommenden März auf der Bühne im Festspielgemeindehaus in der Hildastraße in Bad Säckingen zeigen wird. An drei Wochenenden, jeweils freitags bis sonntags – 9./10./11., 16./17./18. und 23./24./25. – wird das Stück aufgeführt. Das "Junge Theater" wird im Juni 2018 seine dritte Produktion "Monster" auf die Bühne bringen.