Seit Jahren ist das Adventskonzert des Scheffel-Gymnasiums ein Höhepunkt im Kulturkalender der Stadt Bad Säckingen. Die Heilig-Kreuz-Kirche ist zu diesem Anlass denn auch gut besucht gewesen. Die Vorfreude auf einen abwechslungsreichen Konzertabend ist nicht enttäuscht worden. Zwischen kirchlicher und weltlicher Musik rangierten die 16 ausgewählten Stücke, die die fünf Chöre, Orchester und Bands des Scheffel-Gymnasiums darboten. Direktor Bernd Rieckmann dankte für das anspruchsvolle Programm und die Probenarbeit: „Da ist viel Zeit geopfert worden.“ 

Den Lehrkräften Melanie Bächle, Anne Kütemeier, Jörg Sczepanski und Volker Weidt zollte Schulleiter Rieckmann großen Respekt: „Sie haben die Gabe, junge Leute zu motivieren.“ Klar ersichtlich ist, dass mit der Einführung des Musikprofils am Scheffel-Gymnasium ein gutes Fundament gelegt wurde. Die Qualität zeigte sich deutlich beim Adventskonzert.

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Von der Empore aus eröffnete das Blechbläserquartett mit Orgelunterstützung den Abend. Jonas Warga, Frida Weidemann, Marius Kiefer und Nicolas Volz spielten mit der Unterstützung von Sczepanski an der Orgel das Stück „How Beauteous Are Their Feet“ von Charles Standford. Danach richteten sich die Blicke wieder nach vorn zum Altarraum. Dort sang der Unterstufenchor unter der Leitung von Anne Kütemeier ein von Kirchenmusik inspiriertes Programm. Die Sprachkompetenz kam im Stück „Noël Des Enfants Perdus“ zur Geltung. Mit klarer Stimme, einer dezenten Oboenbegleitung und der Solosängerin Rebecca Reichert glänzte der Unterstufenchor. Reichert trat unprätentiös zwischen dem Chor, einer Sologruppe und ihrem Solo auf. Während Jochen Stitz am Klavier und Merle Weidt mit der Oboe im Hintergrund platziert waren, zeigte sich eine Handvoll Jungen ton- und stimmsicher.

Das Orchester erntete erste Bravo-Rufe aus dem Publikum. Der „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ wird häufig bei Adventskonzerten aufgeführt. Die instrumentale Version überraschte. Eine symphonische Steigerung mit dem Hin und Her der Streicher wurde kraftvoll vorgetragen. Der Kontrabass von Lotta Bröker setzte die Nuancierung des Stücks „Gymnopédie“ von Erik Satie gut um. Die elegischen Moll-Passagen, die die Schwermütigkeit monoton unterstrichen, sind typisch für den Exzentriker Satie.

Kraftvoll beeindruckte der Gospelchor abermals. Schwungvoll, rhythmisch und mit stimmlich ausgereiften Sängern gelangen vier unterschiedliche Stücke. Dirigent Volker Weidt zelebrierte die Mehrstimmigkeit, ein Minimum im Chorgesang. Der „Earth Song“ von Michael Jackson wurde mit dem Solo von Clarissa Faber sanfter betont und mit weniger aggressiven Schreilauten als im Original, aber immer passend und exakt intoniert.

Mit der Big Band des Scheffel-Gymnasiums war Sczepanski in seinem Element. Er war immer auf die korrekten Einsätze erpicht. Der Swing frischte das Programm auf. Die vollständige Brillanz der Big Band kam in „A Chili Pepper Christmas“ zur Geltung. Das Publikum honorierte diese Leistung mit kräftigem Applaus im Stehen. Zum Finale spielten alle Musiker und sangen alle Sänger „Oh When The Saints Come Swingin‘ In“. Der Altarraum konnte die mehr als 150 Schüler des Scheffel-Gymnasiums kaum aufnehmen.