Bad Säckingen Gesundheitscampus: Planung nimmt Form an, aber es gibt noch offene Fragen

Die Konzeptentwicklung für den Gesundheitscampus Bad Säckingen schreitet zügig voran. Mit 15 Interessenten haben die Projektleiter von Gök Consulting bereits eine weitgehende Einigung erzielt und mündliche Übereinkünfte getroffen, wie sie sagen. Doch um "Nägel mit Köpfen" machen zu können, müssen zwei Fragen dringend geklärt werden: Genügt eine Sanierung des Klinikgebäudes oder muss ein Neubau her? Und: Wie sieht die Trägerschaft für die Einrichtung aus?

Bad Säckingen – Die Planung am Gesundheitscampus Bad Säckingen schreiten zügig voran. Ein Nutzungskonzept hat das Team um den Projektleiter Michael Schaaf von der Firma Gök Consulting bereits ausgearbeitet. Bevor jedoch Nägel mit Köpfen gemacht werden können, gilt es nun, zwei drängende Fragen zu klären, an denen alles weitere anknüpft: Die künftige Trägerschaft und die gutachterliche Untersuchung des ehemaligen Krankenhausgebäudes, in dem der Campus untergebracht werden soll.

Dass er am liebsten mit dem bestehenden Klinikgebäude weiterplanen würde, daraus macht Michael Schaaf kein Geheimnis: "Das Gebäude ist insgesamt sehr gut geplant und bietet dazu ausgezeichnete Erweiterungsmöglichkeiten in alle Richtungen." Die vorgesehene Verzahnung von Leistungen und Angeboten wäre ohne Probleme möglich. Im Übrigen wäre die Sanierung auch wünschenswert, weil der Campus bestenfalls Ende 2019 eröffnet werden soll. Müsste ein neues Gebäude geplant und gebaut werden, wäre dies kaum in dieser Zeit zu schaffen, so Schaaf.

Auch wenn die gutachterliche Begehung des Spitalgebäudes noch aussteht, sei derweil absehbar, dass es erheblichen Sanierungsbedarf gibt. Diesen genau zu beziffern und einen Überblick über die Kostenseite zu erhalten, "ist gewissermaßen die grundlegende Voraussetzung, um weiter machen zu können", betont Michael Schaaf. Denn erst wenn am Gesamtprojekt erst einmal ein Preisschild hänge, könnte mit den künftigen Mietern konkret verhandelt werden.

Wichtig wäre auch, bei der Trägerschaft schnell eine Lösung präsentieren zu können, sagt Schaaf. Dies sei aus Sicht der interessierten Mediziner eine wichtige Vorbedingung für ihr weiteres Vorgehen. Wie bei der Untersuchung der Bausubstanz dränge auch hier die Zeit, denn die Interessenten bräuchten möglichst zeitnahe Informationen als Planungsgrundlage. Aber bei beiden Punkten haben Projektleiter Schaaf und seine Mitarbeiter nur begrenzten Einfluss auf die zuständigen Stellen.

Was die Konzeptionierung des Campus' anbelangt, ist aus Schaafs Sicht hingegen alles auf einem guten Weg. Etwa 40 Gespräche habe das Planungsteam geführt. Inzwischen sei aber eine Art medizinisches "Kernteam" gefunden, das aus 15 Medizinern bestehe, welche die Bereiche Allgemeinmedizin, amulante chirurgische Angebote und zahlreichen verwandten Disziplinen wie Kardiologie oder Radiologie bestehe und somit die gewünschte Ausrichtung im Bereich Notfallversorgung aufweise. Der Bereich Akutgeriatrie wird eine besondere Bedeutung einnehmen, weil dadurch stationäre Betten im Campus entstehen. Auch eine enge Verknüpfung des Campus' mit dem Rehaklinikum ist vorgesehen. Derzeit seien außerdem Gespräche mit einem Allgemeinmediziner im Gange, der Zusatzqualifikationen im Bereich Notfallmedizin besitzt. Dieser soll Anlaufstelle für Notfallversorgung in den Kernzeiten von 8 bis 20 Uhr sein, so Schaaf weiter.

Auf Basis von mündlichen Zusagen sei bereits eine Raumplanung erstellt wird. Es zeichne sich ab, dass der Platz im Krankenhausgebäude knapp wird, zumal außerdem noch Raum für eine Kita und eventuell das Rote Kreuz vorgesehen ist. Doch das ist aus Sicht der Projektleitung kein Problem. Im Zweifel sei es besser, erweitern zu müssen, als wenn Teile des Gebäudes leer stehen. Und gerade durch Einrichtung einer Kita und Schaffung weiterer attraktiver Rahmenbedingungen soll der Gesundheitscampus nachhaltig als Arbeitsort seinen Reiz entfalten. Gleichwohl seien noch einige wichtige Gespräche zu führen, bevor das Raumkonzept und die Bedarfsplanung voraussichtlich im März öffentlich präsentiert werden.

"Auch wenn wir uns auf einem guten Weg befinden und gute Mediziner an Bord haben, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der Campus kein echtes Krankenhaus mehr sein wird", betont Michael Schaaf. Zwar werde es Notfallversorgung geben, aber nur in einem begrenzten Maß und soweit Patienten ambulant versorgt werden können. Die wirklich schweren Notfälle können auch in Zukunft nicht mehr in Bad Säckingen behandelt werden. Aber die zügige Weitervermittlung etwa eines Herzinfarktpatienten durch einen Fachmann sei eben auch Bestandteil einer guten Notfallversorgung.

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