Bad Säckingen Gesundheitscampus Bad Säckingen: Kritische Fragen sollen noch vor der Sommerpause entschieden werden

Das Thema der Trägerschaft ist am drängendsten. Es wird bei der Kreistagsentscheidung zum Prüfstein

Wie geht es weiter beim Bad Säckinger Gesundheitscampus? Um diese Frage ging es heute am frühen Abend im Kreistag Waldshut. Jörg Risse, Chef der Beratungsfirma GöK, stellte den Kreisräten die Stand der Planungen vor. Das medizinische Konzept steht (siehe beistehender Text). Die nächste Schritte: Anfang Juni sollen die baulichen Gutachten vorliegen, Mitte Juni die wirtschaftlichen Berechnungen. Im Anschluss sei die gesellschaftsrechtliche Seite zu klären, gleichzeitig müssten Gespräche mit Gesundheitsministerium, Krankenkassen und kassenärztlicher Vereinigung geführt werden.

Kreisrat und Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl forderte eine Verschärfung des Tempos. Das Medizinkonzept sei gut und bedeute eine große Chance für den gesamten Landkreis. Guhl will eine Klärung der kritischen Dinge noch vor der Sommerpause. Auch Kreisrätin Ira Sattler, Bürgermeisterin von Jestetten, drückte ebenso aufs Gas. Sie verlangte Klarheit bei der Frage nach der Trägerschaft. Das Thema müsse schnell auf den Tisch, sagte sie unter dem Beifall vieler Kollegen. Kein Wunder: Gerade für die Kreisräte aus dem Osten wird diese Frage zum Lackmustest. Denn sie beinhaltet Antworten zu Finanzierungspflichten, Haftung und Verantwortung. Kreisrat Volker Jungmann forderte hierzu einen rechtlich fundierten Rahmen. Kreisrätin Ruth Cremer-Ricken verwies auf die Vorteile des Campuskonzeptes auch für das Spital Waldshut. Durch den Campus entstehe Bindung, mit der man auch Bad Säckinger Patienten im Landkreis halten könne.

Landrat Martin Kistler stimmte das vorgelegte Konzept optimistisch. "Wir haben die Hausaufgaben gemacht". Er wies darauf hin, dass der Landkreis schon 12,6 Millionen bereit gestellt habe. Die Wortmeldungen zusammenfassend sagte er: "Ich höre Konsens heraus, das Konzept so weiterzuverfolgen".

Die Eckpunkte des Bad Säckinger Campuskonzeptes

  • Akutgeriatrie: Kern des Campus soll der geriatrische, also altersmedizinische Schwerpunkt werden. Dazu gehören 20 akute Krankenhausbetten mit internistischem Profil. Das bedeutet, dass hier Patienten aufgenommen werden, die eine internistische Indikation aufweisen. Dazu gehören etwa Erkrankungen der Atmungsorgane, der Verdauungs- und anderer innerer Organe, des Gefäßsystems, des Stoffwechsels sowie auch Infektionskrankheiten. Erkrankungen, die einen chirurgischen Eingriff nötig machen, sollen im Waldshuter Krankenhaus behandelt werden. Dort sind dafür 30 weitere geriatrische Betten vorgesehen. Die 20 geriatrischen Krankenhausbetten für den Bad Säckinger Campus können letztlich aber nur eingerichtet werden, wenn das Gesundheitsministerium in Stuttgart sie genehmigt. Betreiber der Betten wäre die Spitäler Hochrhein GmbH
  • Rehabilitation: Neben Akutbetten sind 50 Betten für geriatrische Rehabilitation vorgesehen. Betreiber wäre die Rehaklinik Bad Säckingen. Für die Rehaklinik wäre das neben den bisherigen Indikationen Orthopädie, Rheumatologie, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen eine weitere zusätzliche Indikation. Bei den bisherigen Indikationen übernehmen in der Regel die Rentenversicherer die Kosten, geriatrische Rehabilitation hingegen zahlen die Krankenkassen. Vorteil für die Rehaklinik: Ein weiterer Kostenträger stellt die Finanzierung des Hauses auch auf eine breitere Basis.
  • Altenpflege: Zu Komplettierung des geriatrischen Konzeptes ist das Angebot der Altenpflege auch mit Kurzzeitpflegeplätzen angedacht. Für erkrankte Senioren wäre das ein Angebot aus einer Hand von der akuten Krankenhausbehandlung, über die Rehabilitation oder möglicher Nachpflege bis zur Entlassung nach Hause. Wer die Altenpflegeeinrichtung betreiben soll, ist noch unklar. Interessenten seien vorhanden, hieß es.
  • Notfallmedizin: Sicher ist bislang, dass es eine klassische 24-stündige Krankenhaus-Notfallambulanz nicht mehr geben wird. Denn diese bedingt durchgängige ärztliche Bereitschaft auf internistischem und chirurgischem Gebiet. Geplant ist hingegen eine von der Kassenärztlichen Vereinigung betriebene Notfalleinrichtung. Dabei handelt es sich um die hausärztliche Notfallpraxis, die es bereits an Wochenende gibt und auch nach wie vor im ehemaligen Bad Säckinger Spital Dienst tut. Diese Notfallpraxis ist von niedergelassenen Ärzten der Region im Wechsel besetzt und behandelt Erkrankungen, mit denen man klassischerweise seinen Hausarzt aufsuchen würde. Die Idee ist, diese Wochenend-Notfallpraxis auf Abendstunden werktags auszudehnen.
  • Mieter: Neben geriatrischen und notfallmedizinischen Einrichtungen sollen im Campus auch Physio-, Haus- und Facharztpraxen sowie eine Apotheke einziehen. Es gibt über 20 Interessenten. Diese könnten dort gemeinsame Infrastrukturen unter anderem in der Gerätetechnik (z.B. ambulanter Chirurgie oder Radiologie) nutzen oder auch gemeinsame Verwaltungsstrukturen (z.B. Anmeldung/Empfang) bilden. Interessiert zeigt sich auch der Rettungsdienst des Roten Kreuzes. Das DRK plant schon seit längerem eine Vergrößerung und kann sich einen Umzug auf den künftigen Gesundheitscampus vorstellen.

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