• Die Bilanz: Fred Thelen, Fraktionschef der der Freien Wähler, ist zufrieden. „Wir haben uns den Aufgaben gestellt und die beste Lösung gesucht“, sagte er – allerdings nicht immer gefunden. Als kleinste Fraktion sei es zuweilen schwer, sich mit seiner Sicht der Dinge durchzusetzen, räumt er ein. Gleichwohl habe die Fraktion versucht Sachpolitik jenseits von Parteiideologien zu vertreten.

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  • Die wichtigsten Themen: Fred Thelen nennt an erster Stelle die Flüchtlingswelle im Jahr 2016. Die Bewältigung der Situation sei für ihn als Kreisrat und Gemeinderat nicht einfach gewesen – der Kreis habe die Flüchtlinge auf die Gemeinden verteilt, die Gemeinden mussten sie unterbringen. Er empfand die Zeit persönlich als belastend. Hintergrund: Zeitweise war das heutige Christiani-Gebäude in Wallbach als Unterkunft im Gespräch, was im Ort zu Aufruhr führte. Er als Ortsvorsteher sei damals persönlich angegriffen worden. „Meine Frau und ich wurden beschimpft und beleidigt“, erinnert sich Thelen, „das waren die schlimmsten sechs Wochen meiner kommunalpolitischen Laufbahn.“
    Ein bedeutendes Thema war für Thelen zudem die Krankenhausdebatte. Gleichzeitig habe der Gemeinderat aber den Gesundheitscampus auf den Weg gebracht. Als drittes Thema nennt er die Investitionen bei Schulen und Kindergärten in zweistelliger Millionenhöhe. Nur mit einem Projekt ist er nicht ganz einverstanden. Thelen: „Bei der Sporthalle im Schulzentrum hätte es auch eine Nummer kleiner getan, wäre sie nicht für den CDU-Fraktionsvorsitzenden gewesen“ (zur Erinnerung: CDU-Fraktionschef Michael Maier ist gleichzeitig Rektor der Hans-Thoma-Schule).
  • Die größte Niederlage: Belastend war für Thelen die Krankenhausdebatte. Hier seien die Kreisräte immer wieder mit „Unwahrheiten und getürkten Zahlen“ konfrontiert worden. Die Zustimmung zur Schließung hält er nach wie vor für richtig, weil damit die Zusage für den Campus verbunden war. Dies sei ihm in Bad Säckingen vielfach vorgeworfen worden. Nur: Das Krankenhaus wäre so oder so geschlossen worden, vermutet Thelen, „mit oder ohne unserer Zustimmung.“ So habe sich Bad Säckingen immerhin die 12,7 Millionen Euro des Kreises für den Gesundheitscampus gesichert. In der Folge der Spitalgeschichte habe er eigentlich nicht mehr kandidieren wollen. Mit der dann positiven Entwicklung des Campus revidierte er seine Meinung: „Bei diesem Projekt möchte ich nochmal mitarbeiten“, sagt Thelen.

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  • Die Erfolge: Ganz besonders freut sich Thelen, dass der Bahnhalt Wallbach kommt – zwar später als geplant, dafür übernehme die Bahn 80 Prozent der Kosten. „Da nehme ich sogar in Kauf, dass ich als Ortsvorsteher den Bahnhalt nicht mehr einweihen werde.“ Als schöne Sache empfindet er außerdem die Realisierung des Bike-Parcours Wallbach. Drei Jugendliche hatten sich bei ihm mit diesem Wunsch gemeldet und in wenigen Monaten war alles fertig. Thelen: „Da kann man noch was gestalten.“
  • Kontrolle der Verwaltung: Grundsätzlich sei dies Aufgabe des Gemeinderates, doch sieht er hier Übertreibungen gerade bei den Fraktionen von CDU und Grünen. Die Freien Wähler hätten ein vertrauensvolles Verhältnis zur Stadtverwaltung. „Wir haben uns nie angemaßt, besser zu wissen, was die Verwaltung braucht, als die Verwaltung selber.“ Das gelte sowohl für die sächliche wie die personelle Ausstattung. „Wenn die Verwaltung nicht grad goldene Löffel verlangt, gehe ich davon aus, dass sie das braucht, was sie beantragt,“ meint Thelen.
  • Bürgerbeteiligung: Die Freien Wähler haben kein Instrument wie etwa ein Bürgertelefon, um regelmäßig Meinungen, Wünsche und Nöte der Bürger zu ermitteln. Thelen nutze jedoch die Jubilarsbesuche, um am Puls der Bürger zu bleiben. Nach eigenen Worten absolviere er jährlich für den Bürgermeister zwischen 100 bis 150 Jubilarsbesuche.