Der Bad Säckinger Gemeinderat hält das Atomkraftwerk Leibstadt für unsicher und fordert die sofortige Stillegung der Anlage bis die Gründe für die Zwischenfälle in den vergangenen Monaten geklärt sind. Hintergrund sind Überhitzungen im Kühlsystem und Oxidationserscheinungen an den Brennelementen, aufgrund derer das AKW Leibstadt monatelang vom Netz genommen wurde. Der Gemeinderat fordert eine lückenlose Erklärung für die Zwischenfälle durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI). Eine entsprechende Resolution verabschiedete das Gremium in jüngster Sitzung einstimmig. Allerdings wurde der Sinn einer solchen Erklärung, die auf Initiative von Grünen-Stadtrat Franz Stortz in Angriff genommen wurde, nicht von allen Ratsmitgliedern erkannt. „Ist das wirklich Angelegenheit des Gemeinderats und wären Resolutionen zu anderen Bereichen, etwa die Forderung der sofortigen Wiederherstellung des Krankenhauses Bad Säckingen, nicht viel dringender“, fragte etwa Hartmut Fricke (SPD).

Auch Bürgermeister Alexander Guhl räumte ein, dass die Einflussmöglichkeiten eines Gemeinderats in dieser Thematik äußerst gering seien. Allerdings gehe es auch darum, ein Zeichen der Unterstützung an Bund und Land zu setzen, dass deren Haltung und Vorgehen von den Menschen in der Region unterstützt werde. Denn, so betonte auch Franz Stortz: „Wenn auf der anderen Seite des Rheins etwas passiert, wären auch wir in Bad Säckingen mittendrin und die Folgen nicht mehr gut zu machen.“