Bad Säckingen Gebäude kommt auf den Prüfstand: Gemeinderat stimmt nach zäher Diskussion für Begutachtung des ehemaligen Krankenhauses Bad Säckingen. CDU tut sich schwer

Der Bad Säckinger Gemeinderat hat nach überraschend zäher Diskussion Aufträge zur Untersuchung des Sanierungsbedarfs im früheren Spital vergeben. Besonders schwer tat sich die CDU-Fraktion mit der Zustimmung. Wie Fraktionssprecher Michael Maier erklärte, fehlte es seinen Ratskollegen an Informationen. Daher beantragte er zunächst eine Vertagung der Entscheidung.

Die Planung des Gesundheitscampus Bad Säckingen nimmt weiter konkrete Konturen an. In jüngster Sitzung erteilte der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen die Aufträge für Planungsleistungen zur Errechnung der Grobkosten für eine Vollsanierung des ehemaligen Krankenhausgebäudes. Nach ersten Schätzungen könnten sich die Sanierungskosten auf 25 bis 30 Millionen Euro belaufen – also deutlich höher als bislang angenommen, wie Bürgermeister Alexander Guhl darstellte.

Konkret wird nun das Architekturbüro Wegfahrt aus Bad Säckingen die Kosten für die Dach- und Fassadensanierung sowie die brandschutztechnische Ertüchtigung erheben. Die Planungsgruppe M+M aus Böblingen soll die technischen Anlagen untersuchen. Analog dazu wird die Firma Arcass mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die einen Abriss des Gebäudes mit Neubau in Modulbauweise gemäß dem bereits präsentierten Nutzungskonzept der Firma Gök untersucht. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Planungsaufträge auf 166000 Euro. Diese teilt sich die Stadt zu gleichen Teilen mit dem Landkreis.

Die Kostenberechnung sei laut Guhl neben der ebenfalls noch ungeklärten Gesellschafterfrage für den Campus eine wichtige Basis für weitere Verhandlungen mit den Mietinteressenten. Dennoch plädierte die CDU zunächst für Vertagung des Beschlusses auf die Mai-Sitzung, wenn der Gemeinderat nach einer Klausurtagung ausführlicher informiert sei. Zwar stimmten letztlich nach einer Sitzungsunterbrechung nur zwei CDU-Räte gegen die Auftragsvergabe. Fraktionssprecher Michael Maier beharrte allerdings: "Wir wollen nicht, dass hier ein Automatismus entsteht, sondern die Möglichkeit, bei Bedarf die Reißleine zu ziehen."

Auch Bürgermeister Guhl betonte, dass die Stadt einen Automatismus bei der Kostenentwicklung ablehne. Man brauche aber ein detailliertes Gesamtbild des Sanierungsbedarfs, um weiter tätig werden zu können. Frühere Untersuchungen hätten sich stets auf den temporären Weiterbetrieb eines Krankenhauses konzentriert, nicht auf einen unbeschränkten Betrieb als Gesundheitscampus.

Laut Guhl seien 12,7 Millionen Euro der Kosten bereits durch den Landkreis gegenfinanziert. Das werde aber wohl nicht ausreichen. Noch zu klären sei, was das Land dem Vorhaben beisteuere. Aber hierfür brauche es eben einen genauen Überblick der zu erwartenden Kosten.

Die Mehrheit des Gemeinderats zeigte sich daher einig: Ein Aufschub der Auftragsvergabe auf die nächste Sitzung im Mai sei weder ein gutes Zeichen an den Kreistag und den Landkreis, noch sei es zielführend bei dem Vorhaben, das Projekt voranzubringen. Diesem Ansinnen konnte letztlich auch die Mehrheit der CDU-Fraktion folgen.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Die leckersten Gins vom Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren