Bad Säckingen Furiose Premiere: Erster Poetry Slam in Bad Säckingen trifft Geschmack des Publikums

Der Sieger des erste Poetry Slams in Bad Säckingen heißt Marvin Rosskopf und kommt aus Leipzig. Er trifft mit seiner Mischung aus Selbstironie und Kritik den Nerv des Publikums, das zugleich Jury ist. Insgesamt sechs deutschsprachige Poetry Slammer präsentieren ihre Wortgewalt im Kursaal.

Mit humorvoll-nachdenklichen Momenten und einer facettenreichen Literarizität, ging der erste Poetry Slam in Bad Säckingen über die Bühne. Insgesamt sechs deutschsprachige Poetry Slammer standen sich in ihrer Wortgewalt am vergangenen Mittwoch im Kursaal gegenüber. Als Sieger des Abends kürte das aufmerksame Publikum Malte Rosskopf aus Leipzig, der den wohl stürmendsten Applaus bekam. Das Prädikat des "einzigen Gewinners" lässt sich Rosskopf aber nicht unbedingt zuschreiben. Denn gewonnen haben an diesem Abend irgendwie alle. Jeder der Sprachkünstler hat zwar im gleichen Format vorgetragen. Trotzdem glichen sich die Texte, genauso wie ihre Verfasser, in ihrer Performanz, Interpretation und Gattung nicht. Sie alle waren auf ihre Weise besonders und einzigartig. Sie vergleichend zu bewerten sei daher von vornherein "absurd", wie der Moderator des Abends, Felix Römer feststellte.

Dennoch, der Wettbewerbscharakter gab dem Abend Spannung. Mit "In der Regel geht's mir gut", worin Leticia Wahl das für viele Frauen leidige Thema der Menstruation thematisiert, hat sie gleich zu Beginn demonstrativ ein Tabu gebrochen und somit auch das Eis im Kursaal. Ihrem Auftritt folgte gewissermaßen ein Wechselspiel zwischen Witz und Ernst. Ein Perspektivenwechsel, der zuerst verwirrt und sich schließlich auflöst, zeichnete Anna Teufels nachdenklichen Beitrag aus. Im Gedankenkarussell hin und her geschleudert wurde der Zuhörer bei Samuel Kramers Text.

Wie ein schnell geschnittener Kurzfilm war sein Text ein Poetry Slam vom Feinsten, indem er die künstlerische Ebene des Films in die literarische holte. Mehr zu lachen gab es im Gegensatz dazu bei denen, die sich ins Finale geslammt haben. Der Basler Gabriel Vetter machte sich seine schwiizerdütsche Sprache, ebenso wie die Stereotypen zu Nutze. Vom Wunsch "mol gärn en wasserdichte Hund z'ha", zum quälenden Dasein der suizidgefährdeten Cervelatwurst hatte er die Lacher auf seiner Seite.

Zwar auf hochdeutsch vorgetragen, aber nicht minder komisch, war Marvin Suckuts Brief an seine beste Freundin Tabea. Vom einfachen Geburtstagswunsch schaffte Suckut es die existenziellen Fragen des (Künstler-)lebens zu umreißen, ohne den Witz zu verlieren. Kritisch und selbstironisch artikulierte sich schließlich auch der "Sieger", Marvin Rosskopf, präzise durch seine Texte. Das Glück für den Moment, "im Augenblick und Blickwinkel" und seine selbstreflexive Einsicht "das Leben ist ein Hürdenlauf, aber man muss auch loslaufen", hoben ihn "krasser, schneller, Scooter, Hyper Hyper" in die Herzen des Publikums.

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Bad Säckingen
Harpolingen
Bad Säckingen
Die besten Themen