Nicht Ballett, Oper oder Operette – am Wochenende herrschte bei den Vorstellungen im Gloria-Theater regelrecht Partystimmung mit dem Musical „Daddy Cool“. Das Musical startete in London 2006 und reißt mit seinen Tanzszenen, grandiosen Choreographien und Ohrwürmer aus den 80-er Jahren noch heute das Publikum von den Stühlen. Nach einem fantastischen Finale gab es Dauerapplaus im ausverkauften Theater.

Mit „Hooray! Hooray! startete das Musical, das sich um die Liebesgeschichte zwischen dem dunkelhäutigen Tänzer Sunny und Rose rankt. Es begleitet Sunny auf seinem Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen. Die Story ist um die Songs von Boney M. und des Pop-Duos Milli Vanilli gewoben mit Discohits wie „Daddy Cool“, Ma Baker“, „Rasputin“, „Sunny“ von Boney M. (Bobby Farrell, Maizie Williams, Marcia Barrett und Liz Mitchell) aus der Feder von Musikproduzent Frank Farian. Von 1976 bis 1979 landeten sie acht Nummer-Eins-Hits in Deutschland, mit denen sie sich insgesamt 48 Wochen lang auf Platz eins der deutschen Hitparade hielten, davon zwölf Wochen mit „Daddy Cool“. Die Single wurde 1976 in Deutschland 800.000 Mal verkauft. Obwohl bekannt war, dass nicht Bobby Farrell sang, sondern Farian. Farrell bewegte die Lippen, machte verrückte Tanzbewegungen.

Ganz anders die Musicaldarsteller auf der Bühne des Gloria-Theaters Bad Säckingen. Das Stück lebt durch seine Darsteller, wie die extrovertierte Vermieterin Leila (Agneta Olivia Hanappi), aber vor allem Anthony Curtis Kirby als Sunny und Nadine Kühn als Rose mit ihrer tollen Stimme. Das Musical erhält durch fortwährenden Bühnenwechsel mit beweglichen Requisiten sowie eingespielten Videosequenzen viel Schwung. Die Bühne wird zur Kirche für „Marys Boy Child/Oh my Lord“, zum Flughafen oder zu einer belebten Londoner Straße.

Zum Schluss gibt es ein fulminantes Finale mit wundervollen Kostümen in weiß-silber à la 80-er Jahre, Daddy Cool un Co. und niemand hält es mehr auf den Sitzen, obwohl das Publikum nicht mehr gerade um die 20 ist. Doch die Partystimmung war ansteckend, und so wurde eine Zugabe nach der anderen eingefordert.