Der geplante Gesundheitscampus in Bad Säckingen war das bestimmende Thema beim Politischen Aschermittwoch der Freien Wähler. Trotz der kurzfristigen Absage der Referenten Alexander Guhl und Celine Meier zu Köcker, die als Vertreterin der Consulting Firma Gök hätte informieren sollen, bewies das „heiße Thema“ einmal mehr seine Brisanz.

Fred Thelen, der anstelle Guhls über die bisherige Campusplanung referierte, konnte zwar kaum Neues zum aktuellen Stand berichten. Dennoch zeigte die teils hitzig geführte Diskussion unter den rund 22 Anwesenden, dass die Spitalschließung und der Gesundheitscampus die Gemüter weiterhin bewegt. Die Schließung des Bad Säckinger Spitals war ein herber Schlag, dennoch bietet der Gesundheitscampus einen Neuanfang – so lautete der mehrheitliche Tenor bei den Freien Wählern. „Was wir jetzt brauchen ist eine klare Strategie“, forderte Franz Waßmer. Er sieht die Zukunftsfähigkeit des Campus nur dann gewährleistet, wenn es ein gut überlegtes Konzept und demensprechende Verantwortungsträger gibt. Denn genau das fehle derzeit in der verfahrenen Situation der Spitäler GmbH Hochrhein. Dahingehend bewertet zumindest Thelen das Konzept, welches derzeit in Zusammenarbeit mit der Firma Gök erstellt wird, als „positiv“.

So sieht die bisherige Planung eine Notfallambulanz, die Ansiedlung der Akutgeriatrie, sowie die Unterbringung des Rettungsdienstes vor. Auch mit der weiter bestehenden Tagesklinik für Suchtkranke und der Rehaklinik erhofft sich Thelen Synergien. Einig waren sich die Freien Wähler bezüglich des Spitalgebäudes: sie sprachen sich deutlich gegen einen Abriss aus.

Weniger optimistisch zeigte sich in der Diskussionsrunde Erich Jäger. Es seien bereits zu viele Fehler gemacht worden und der Campus keine wirkliche Alternative zum Spital: „Das Krankenhaus hätte niemals geschlossen werden dürfen.“

Die Beziehung zu Waldshut

Die Empörung über die Schließung des Spitals hat ihre Spuren in der Beziehung zwischen den Städten Bad Säckingen und Waldshut hinterlassen. „Da gibt es Gräben, die wir aber nicht gegraben haben“, meint Thelen. Trotz des weit verbreiteten Ärgernisses, gab es aus Reihen der Freien Wähler Stimmen, die dafür plädierten das Verhältnis zu kitten – auch im Sinne des gesamten Landkreises. „Man muss dazu aber auch aus Waldshut bereit sein“, so Thelen. Als ersten Schritt forderte er die Klärung der Besitzverhältnisse des Bad Säckinger Spitalgebäudes.

Nicht nur die Stadt Waldshut, auch der Kreistag genießt derzeit kein besonders hohes Ansehen im westlichen Teil des Landkreises. „Was wir hinnehmen mussten war unter der Gürtellinie“, gab Fred Thelen, der selbst Kreistagsmitglied ist, zu.

Im Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Politik sieht er eine der gravierendsten Folgen der andauernden Debatte. Die Planung für den Gesundheitscampus, ebenso wie die Standortfrage für das Zentralklinikum dürfe daher nicht mehr hinter verschlossenen Türen geklärt werden.

„Das vernünftige Miteinander fehlt. Ich hoffe auf eine öffentliche Sitzung im März“, so Referent Fred Thelen. Mehr Transparenz forderte auch Beatrix Köster, die Vorsitzende des Vereins ProSpital. Ihr Appell galt den westlichen Kreistagsabgeordneten. Für mehr Offenheit warb auch Franz Waßmer: „Wir Bürger haben einen klaren Diskurs verdient.“