Bad Säckingen (msb) Nach dem Kreistag hat nun auch der Bad Säckinger Gemeinderat einstimmig dem Einstieg in die Konzeptionierung des Bad Säckinger Gesundheitscampus' zugestimmt. Damit kann die Firma gök Consulting nun offiziell mit ihrer Arbeit beginnen. Die Stadt wird die Hälfte der veranschlagten Planungskosten in Höhe von 150000 Euro übernehmen, im Gegenzug aber auch gemeinsam mit dem Landkreis die Planung in verantwortungsvoller Rolle begleiten. Wie Bürgermeister Alexander Guhl darstellte, soll die Konzeptionierung in der ersten Januarwoche beginnen. Zum Ende des 1. Quartals werden Ergebnisse vorliegen.

Dass die Spitäler Hochrhein GmbH gemeinsam mit Vertretern des Kreistags, des Gemeinderats und der Verwaltungen von Stadt und Landkreis in der Lenkungsgruppe vertreten sein wird, hatte in der Öffentlichkeit für erhebliche Kritik gesorgt. Guhl begründete dies allerdings damit, dass der Gesundheitscampus auch über Betten in der Akutgeriatrie verfügen soll. Diese könnten nur von der Spitäler Hochrhein GmbH als Träger des Krankenhauses betrieben werden. "Ich habe mich bisher ausschließlich gegen eine Beteiligung der Stadt Waldshut-Tiengen am Gesundheitscampus ausgesprochen", so Guhl. Da diese aber ohnehin als Spitäler-Gesellschafter aussteigen wollen, sehe er kein Problem, die Spitäler im weiteren Planungsprozess zu integrieren, weil diese sich dann ohnehin zu 100 Prozent in der Trägerschaft des Kreises befinden.

Wie Guhl und die Gemeinderäte Ruth Cremer-Ricken (Grüne) und Fred Thelen (Freie Wähler), die in ihrer Funktion als Kreisräte an der Entscheidung zur Schließung des Krankenhauses beteiligt waren, darstellten, habe es letztlich keine Alternative zu diesem "Plan B" mehr gegeben: "Spitäler-Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt hatte angekündigt, dass er aus personellen Gründen das Krankenhaus auch ohne Rückendeckung der Gesellschafter zum Jahresende schließen wird", so Guhl. Meldungen über potenzielle Rückkehrer habe der Kreistag nicht nicht beurteilen können. Ohnehin, so Thelen, hätten zwei oder drei Ärzte nicht ausgereicht, um das Spital zu retten.

Letztlich sei aber nun Spitäler-Chef Schlaudt ebenfalls dafür mitverantwortlich, dass die Gesundheitsversorgung im Kreis auch ohne das Bad Säckinger Krankenhaus funktioniere und der Gesundheitscampus auf den Weg gebracht werde, so Ruth Cremer-Ricken. Denn ein Zentralkrankenhaus könne nur im Zusammenspiel mit dem Campus funktionieren. Fred Thelen konstatierte, dass der Gemeinderat nun "in der Pflicht" sei, nach vorne zu schauen: "Die Zukunft heißt nun einmal Gesundheitscampus." Und es sei wichtig, dass die Planung dieser Einrichtung möglichst transparent verlaufe, damit die Bevölkerung sehe, dass etwas voran geht und ihr verlorenes Vertrauen in die Entscheidungsträger zurückgewinne.