Wer nach der „klassischen“ Landschaft für Westernfilme sucht, findet sie im Monument Valley. Die Gegend im US-Bundesstaat Utah ist weithin bekannt und zählt zu den bemerkenswertesten Landschaften in Amerika, die der Fotograf Jakob Bosch bereist hat. Die Fotografien aus dem Canyonlands-Nationalpark, dem größten in Utah, zeigt er in einer Doppelausstellung mit Eloisa Florido Navarro im Kunstverein Hochrhein. Bei der Eröffnung am Sonntag stellten Frank van Veen die Malerin und Barbara Keller den Fotografen vor.

Der seit sieben Jahren in Bad Säckingen lebende Stuttgarter Fotokünstler stellt zum ersten Mal in seiner Wahlheimat aus. Bosch ist als Auftragsfotograf viel auf Reisen, aber er ist kein Reisefotograf, sondern auf Architektur spezialisiert. Für seine digital in Farbe aufgenommenen und in dramatisch wirkendes Schwarzweiß konvertierten Fotografien sucht er gezielt Landschaften ohne bisherige zivilisatorische Eingriffe auf.

Aber er hat nicht den berühmten Grand Canyon besucht, den man zu gut kennt, und nicht die beliebten Postkartenansichten der natürlichen Steinbögen, die durch Erosion und Verwitterung entstehen, abgelichtet. Vielmehr hat er mit seiner Mittelformatkamera, einer sogenannten technischen Kamera für Architektur, nach neuen, weniger bekannten Eindrücken gesucht und atemberaubende Aussichten, von der Hochebene herab, auf den Colorado River und viel nackten bizarr geformten Fels in eindrückliches Licht gerückt.

Die steinernen Riesen, Felsformationen, Felskessel, Erosionsformen und Abbruchkanten in der ausgedehnten Wüstenlandschaft, ehemaligem Indianerland, sind voller Atmosphäre und mit unglaublichen Lichteffekten und Kontrasten eingefangen. Besonders beeindruckend ist die Aufnahme des Felsmonuments mit dem biblischen Namen „Turm von Babel“.

Ins architektonische Fach verweisen Boschs Fotografien des gigantischen Stelenfelds des Holocaust-Mahnmals in Berlin. In ihrer Ausschnitthaftigkeit wirken die quaderförmigen Betonstelen architektonisch, grafisch, streng. Den 51-jährigen Wahl-Säckinger hat der Kunstverein mit der aus dem andalusischen Sevilla stammenden und seit 30 Jahren in Deutschland lebenden Malerin Eloisa Florido Navarro zusammengebracht.

Die Malerin aus Lörrach hat eine individuelle Art der Landschaftsdarstellung. Sie verwendet zermahlene und zerriebene Erdpigmente, Asche und Kohle und hält Reiseerinnerungen an Algerien, Spanien und Italien in spontaner, oft abstrahierter Malerei fest, übermalt auch gern oder arbeitet mit eingefügter Schrift. Ihre skripturalen Worte und eigenen Gedanken weisen darauf hin, dass es sich bei dieser Landschaftsmalerei mehr um innere Landschaften handelt.

Manchmal sind es nur Andeutungen von Natur, intuitive, innere Seelenbilder. Herausragend sind die „Tanzenden Oliven“ im Panoramaraum mit Blick auf den Park oder das informelhaft wirkende Diptychon „Leonardo im Gebirge“ im Foyer, inspiriert von einer Gebirgszeichnung Leonardo da Vincis. Eine karge Wüstenlandschaft von einer Südalgerienreise verbindet die Malerin thematisch direkt mit ihrem Mitaussteller. Eine sehr sehenswerte Ausstellung.