„Wir Fischer sind die wahren Naturschützer“, sagte Joe Lütje, der Jugendwart und stellvertretende Bezirksvorsitzende Südbaden im Landesfischereiverband, bei der Mitgliederversammlung des Fischereivereins Bad Säckingen am Samstag. Der Rückblick des Vorsitzenden Raymond Vöstel listete 53 Aktivitäten auf, darunter Gewässerpflegemaßnahmen, eine Stadt-, Bergsee- und Gießenbach-Putzete sowie den Besatz der Gewässer mit Fischeiern und Jungfischen.

Erfassung des Fischbestands

Im Oktober organisierte der Verein ein Elektroabfischen auf dem Bergsee – dabei werden die Fische nicht getötet, sondern nur betäubt, damit man ihren Bestand erfassen kann. Nun wird der Verein mit Hilfe des Verbandes die Ergebnisse auswerten und entscheiden, welche Fischarten angesiedelt werden sollen. Für Besatz und Renaturierung stehen ausreichende Mittel zur Verfügung, denn der Verein bekam gerichtlich eine Entschädigung von 21 000 Euro zugesprochen, weil der Gießenbach durch Tiefbohrungen verschmutzt worden war. Die Mitglieder pflegten die Angelplätze am Bergsee, außerdem wurde ein Rückzugsort für Brutfische eingerichtet, und mit einer Aufschüttung beim Einlauf möchte man mehr Sauerstoff eintragen und eine größere Wasserumwälzung erreichen, weil das Wasser nun nicht mehr direkt zum Auslauf fließt. Das „Wallbacher Eck“ wird komplett der Natur überlassen.

Viel Lob für den Verein

Wie der stellvertretende Vorsitzende und Gewässerwart Christoph Joachimi berichtete, wurden im vergangenen Jahr 25 000 Bachforelleneier in den Bächen ausgesetzt, außerdem 750 junge Äschen und 1500 Bachforellen im Los 14. In diesem Jahr setzten die Fischer schon 13 000 Bachforelleneier ein. Im Jahre 2017 wurden im Bergsee 50 Kilo Karpfen, 40 Kilo Hecht und knapp 13 Kilo Rotaugen gefangen und auf den beiden Rheinlosen 27 Kilo Barbe und 31 Kilo Wels. Der Verein verfügt über eine Junganglergruppe, die sich an 26 Wochenenden zusammengefunden hatte. Im Zuge der Komplettleerung des Eggbergbeckens finden zwei Netzbefischungen statt. „Wir werden alle heimischen Arten im Rhein aussetzen“, erklärte Vöstel. Bürgermeister Alexander Guhl dankte dem Verein für die Pflege der Natur, die Renaturierung der Bäche und die Schaffung von Angelplätzen für behinderte Menschen.

Neue Schriftführerin

Mit einer Gegenstimme und vier Enthaltungen billigte die Versammlung die Neufassung der Satzung. Mit einer Gegenstimme wiedergewählt wurde der Vorsitzende Raymond Vöstel. Die anderen Amtsinhaber wurden – ebenfalls mit einer Gegenstimme – en bloc bestätigt, das sind der stellvertretende Vorsitzende und erste Gewässerwart Christoph Joachimi, der Kassierer Heinz Seger, dessen Vertreter Rolf Jansen, die erste Jugendwartin Lea Keser, der zweite Gewässerwart Philipp Enold und der Beisitzer Peter Wehrle. Neu gewählt wurden Robert Adler (Beisitzer) und der zweite Jugendvertreter Peter Fleig als Nachfolger von Siegfried Kloßas. Schriftführerin Ute Eschbach hatte ihr Amt zur Verfügung gestellt, zur Nachfolgerin wurde Imelda Paulov gewählt. Elf Mitglieder wurden für ihre langjährige Treue geehrt, an erster Stelle zu nennen sind Hans-Armin Kaage, der dem Verein seit 60 Jahren angehört, sowie Manfred Strotz und Guido Harsch, die seit einem halben Jahrhundert dabei sind. Vor zehn Jahren eingetreten sind Sven Allstein, Johannes Diel, Alexander Hartmann, Arnold Karl, Waldemar Leneschmidt, Carlos Rudnik, Dennis Weber und Joachim Hannes Zwierza.