Im Bad Säckinger Gewerbe gibt es weitere Veränderungen. Die Firma Freter Gebäudetechnik aus dem Görwihler Ortsteil Oberwihl kauft die Bad Säckinger Installationsfirma Adler Haustechnik. Freter übernimmt alle 13 Mitarbeiter von Adler und zählt mit seinen dann 57 Beschäftigten zu den Großen in der Haustechnikbranche am Hochrhein.

Eigentümerwechsel zum 1. Januar

„Wir haben den Übergang zum 1. Januar vollzogen“, berichtet Clemens Adler, bisheriger Geschäftsführer von Adler Haustechnik unserer Zeitung. Der 55-jährige Adler und seine Frau Lisa werden allerdings noch einige Zeit mitarbeiten, um gerade mit Blick auf die Stammkundschaft einen fließenden Übergang zu schaffen. „Zudem werde ich noch Aufträge abschließen, die ich begonnen habe“, sagt Adler, wie beispielsweise ein großes Wohnbauprojekt in Schopfheim mit 154 Wohnungen.

Es soll für die Adler-Kundschaft jedenfalls ein möglichst reibungsfreier Übergang werden, wünscht sich auch Florian Freter, Geschäftsführer von Freter Gebäudetechnik. Beide schätzen, dass das Ehepaar Adler noch rund zwei Jahre mit an Bord bleiben wird und sich sukzessive zurückzieht. „Ich hör‘ halt dann auf, wenn mich keiner mehr vermisst“, witzelt Adler.

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Die Adlers haben sich beim Verkauf ihres Betriebes bewusst für einen regionalen Betrieb und bewusst für den des 35-jährigen Florian Freter entscheiden. „Denn in der Branche kennt man sich und weiß, wer den Betrieb im eigenen Sinne weiterführt“, sagt Adler. Deshalb habe er dem Kollegen die Firma angeboten. Adler hat seinen Unternehmen vor 31 Jahren gegründet und zum heutigen Betrieb mit 13 Beschäftigten ausgebaut. Und warum verkauft Adler überhaupt? Es sei Zeit für eine neue Generation, meint er. Er habe viele Jahre beim Aufbau seines Unternehmens eine Sieben-Tage-Woche gehabt. "Wenn ich meine Rapportzettel zusammenzähle, dann habe ich die 65 schon lange überschritten."

Freter übernimmt die Belegschaft, die Ausrüstung sowie den Fuhrpark und wird am bisherigen Adler-Standort in der Bad Säckinger Bergseestraße 17 das Büro für die hiesige Kundschaft einrichten.

Bereits Übernahme Heizungsbau Stoll vor neun Jahren

Florian Freter hat sein Unternehmen im Jahre 2007 in Herrischried gegründet und ist dann stetig gewachsen. Das Bauhandwerk war ihm quasi in die Wiege gelegt, er ist der Sohn von Architekt Walter Freter aus Herrischried. Bereits drei Jahre nach seiner Gründung im Jahr 2010 übernahm Florian Freter die Firma Stoll Heizungsbau GmbH in Görwihl. „Aufgrund der großen Nachfrage und der Auftragslage haben wir dann 2016 in einen neuen Firmensitz investiert“, so Freter. Sein Betrieb zog in das neue Gewerbegebiet nach Oberwihl und baute dort Bürogebäude und Produktionshalle mit insgesamt 2200 Quadratmeter Nutzfläche. Freter Gebäudetechnik wuchs auf 44 Beschäftigte.

Sich durch Übernahmen neue Kundenkreise zu erschließen sei die eine Seite, berichten beide. Ein zweiter Grund sei die Akquise von fähigem Personal. Denn das ist rar am Arbeitsmarkt, berichtet Freter. Dass das mit Adlers Belegschaft passt, ist sich Freter sicher, denn die Mitarbeiter sind alle schon jahrelang im Team – „der längste hat 28 Jahren bei mir gearbeitet“, fügt Adler hinzu.

Erst Konsolidierung

Jetzt sei fürs erste Konsolidierung angesagt, blickt Freter in die Zukunft. Eine weitere Expansion seiner Firma sei vorerst nicht geplant. Ausschließen will er das grundsätzlich nicht, „aber es muss halt dann passen, so wie hier“, meint Freter. Nach dem Bau des Firmensitzes 2016, hätte er sich die aktuelle Erweiterung lieber erst in zwei Jahren vorgestellt. Aber nachdem ihm Clemens Adler „diese freundliche Übernahme“ angeboten hatte, habe er zugegriffen.

Und was sind Adlers Pläne für die Zeit nach der sukzessiven Übergabe? „Mal schauen“, sagt der Motorradliebhaber. Auf jeden Fall einige Touren mit dem Motorrad.