Modernste Technik gegen Vintage und Retro. In manchen Teilen des 1959 erbauten Gloria-Theaters in Bad Säckingen ist die Zeit stehen geblieben. Das Gloria wettbewerbsfähig für die Zukunft zu machen, hat sich der Verein "Förderfreunde Gloria-Theater" auch 2018 auf die Fahnen geschrieben, wie die Hauptversammlung am Donnerstag im Gloria-Theater in Bad Säckingen zeigte. Doch wie ein denkmalgeschütztes, nicht erweiterbares Gebäude moderniesieren?

Die Lösung soll ein Anbau westlich des Theaters sein. Doch der kostet. Rund 1,8 Millionen Euro, die weder die Betreiber, die Stadt noch die Förderfreunde stemmen können. Das Zauberwort hierzu heißt "Fundraising", zu deutsch laut Definition: Eine Beschaffung von Mitteln/Ressourcen etwa wie Geld, Dienstleistungen, ehrenamtliche Hilfe oder Sachmittel, zur Verwirklichung von am Gemeinwohl orientierten Zwecken, ohne Gegenleistung für eine erhaltene Leistung.

Die renommierte Agentur „Zielgenau“ aus Heidelberg, spezialisiert auf Marketing und Fundraising, unter anderem für gemeinnützige Vereine, scheint hierbei der richtige Partner zu sein. Die Suche nach einem Unternehmen in der Region, das mit dem „Projekt Kulturbau Gloria“ betraut werden konnte, misslang. „Ehrenamtlich hätten wir das nicht stemmen können“, so Beirat Roland Supper. “Zielgenau hat uns ein Konzept vorgelegt, auf die Bedürfnisse des Gloria zu geschnitten. Es ist denkbar, dass wir es schaffen“, ist sich der Vorstand des Vereins sicher. „Aber nur in Kooperation mit der Stadt.“ Sobald die Planung des „ehrgeizigen“ Projektes vorangeschritten ist, wird es den Vereinsmitgliedern vorgestellt.

Laut Jochen Frank Schmidt stütze sich das Fundraising auf mehre Säulen: Stiftungen: Hier könnte die Aktion Mensch ins Spiel kommen (barrierefreier Eingang) und Kulturstiftungen. Kommunale Förderung: Damit die Stadt Fördermittel für den „Kulturbau Gloria“ erhält. Und Spenden und Sponsoren als dritte Säule.

„Zielgenau“ sieht durch die Lage am Hochrhein, an der Schweizer Grenze, Potenzial. Schmidt nennt als Beispiel das Festspielhaus in Baden-Baden, das zu 100 Prozent aus Spendengeldern finanziert wurde (auch eine Bad Säckinger Familie spendete). Mit Hilfe von Fundraising, Spenden, Sponsoren soll 2018 weiter versucht werden, den Anbau mit großem Foyer, größerer WC-Anlage, barrierefreiem Eingang und moderneren Räumlichkeiten für die Akteure zu verwirklichen.

Wie Schmidt erzählte, erklärten Besucher des Gloria-Theaters oft, dass „die Shows so gut seien wie in Hamburg, aber das Drumherum, wie Foyer und Toiletten Provinz." Besucher müssten sich entscheiden, entweder die Bar oder die Toilette aufzusuchen, der langen Schlangen wegen. „Sie kommen einmal und nie mehr wieder. Wir wollen das kulturelle Zentrum am Hochrhein sein, für alle, nicht nur für junge, sondern auch für ältere Menschen.“ Und verspricht für die kommende Saison gleich mal einen Höhepunkt: Die Band „Seven Drunken Nights aus Irland.

Wie der Vorsitzende der Förderfreunde, Gerd Lay und Beirat Roland Supper verlauten ließen, punktete der Verein 2017 und erst kürzlich wieder mit der Kurzfilm-Matinee im Gloria-Theater. Im Schnitt besuchten diese Veranstaltung rund 150 Besucher. Das erfolgreiche Konzept soll daher beibehalten werden, nicht nur der Außenwirkung wegen. Die Idee hinter der Matinee: Gemäß Satzung auch das Kinotheater zu fördern. Matinee sowie die Veranstaltungen im Gloria-Theater bescheren dem Verein stetig wachsende Mitgliederzahlen. Auch genießen Mitglieder der Förderfreunde bei Veranstaltungen im Gloria-Theater ein Vorkaufsrecht.

 

Der Förderverein

Der Verein Förderfreunde Gloria-Theater wurde 2007 gegründet, um das langfristige Überleben des Theaters als Kulturstätte zu sichern. Dazu zählen Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes mit dem Flair der 50er Jahre sowie die Initiierung neuer Kulturprojekte, was mit Hilfe von Fördergeldern und durch ideelle sowie materielle Unterstützung der Vereinsmitglieder verwirklicht werden soll. Die Förderfreunde sehen sich als Bindeglied zwischen Öffentlichkeit und den wirtschaftlichen Betreibern, pflegen den Informationsaustausch mit den Besitzern und Pächtern des Theaters, üben eine beratende Funktion aus. Die Förderfreunde sind autonom in ihren Beschlüssen und unterliegen keiner Weisungsbefugnis. Vorsitzender ist Gerd Lay. Kontakt unter Telefon 07761/501 86 oder per E-Mail (info@gloria-theater-freunde.de).