Bad Säckingen Festspielgemeinde zeigt Faust einmal anders

Gelungene Persiflage des Bad Säckinger Ensembles auf den Theaterbetrieb

Ein ausverkauftes Haus bescherte der Festspielgemeinde Bad Säckingen am Freitagabend die Premiere ihres neuesten Stückes „Schocker“, frei nach der Komödie von Daniel Call. Regie führte wieder Renate Kraus, die ihre Rolle als Regisseurin mit Hilde Butz getauscht hatte. Die letztjährige Regisseurin und Autorin spielte dafür eine der Hauptrollen.

Goethes Faust einmal anders, kein schwer verdaulicher Klassiker, sondern leichte Kost. Wer die Festspielgemeinde und Regisseurin Renate Kraus kennt, weiß, dass nichts ist, wie es scheint. Renate Kraus machte aus dem Stück eine Persiflage auf den Theaterbetrieb, in 18 Szenen, in Versform aufgeführt. Die Personen sind dem Faust angeglichen.

Glänzend besetzt wieder die Hauptrollen: Dennis Affeldt als Doktor Viel (Doktor Faust), dieses Mal als schmieriger und unsicherer österreichischer Provinzintendant. Nach seinem Ableben erhält er von Gott, ebenfalls Österreicher, eine zweite Chance. Innerhalb weniger Jahre muss er es zu Erfolg und zum Direktor der Wiener Burg bringen. Hilfestellung bekommt er von Hilde Butz als Schocker (der Teufel Mephistopheles), herrlich komisch mit dickem, ledernem Hundehalsband mit Nieten und schwarzen Teufelsaugenbrauen.

Der Schocker hat seine ganz eigenen Vorstellungen, wie er Doktor Viel nach vorne puschen kann. Er lässt ihn die gesamte Konkurrenz beseitigen, sprich alle anderen Intendanten erschießen. In der Hexenküche der Konsulin wird er verzaubert und avanciert zum eleganten und selbstbewussten Verführer, macht sich an das Susannchen heran und schwängert es. Doktor Viel wird zum cholerischen und despotischen Intendanten, was ihn kurz vor Erreichung seines Zieles sein Leben kostet. Doch die Himmelstür bleibt ihm verwehrt, ein gehässiger Schocker verweist ihn an die Hölle, wo ihn die ermordeten Intendanten erwarten.

Neuzugang Sandra Lutz, im bürgerlichen Leben Lehrerin, gab das blonde Susannchen als Pendant zu Fausts Gretchen, das sich von Doktor Viel verführen lässt. Zauberhaft naiv und unschuldig wirft sie im nächsten Moment mit unflätigen Worten um sich. Ebenfalls neu war Gerald Hacker, der einen der Theatergötter und den Höllenfürsten mimte. Wie gewohnt, spielen alle Schauspieler mehrere Rollen und das Bühnenbild ist bewusst reduziert. Jeder Vorhangwechsel steht für eine neue Szenerie. Die besondere Herausforderung für die Darsteller war, dass alles in Reimform gesprochen wurde, aber in die heutige Sprache übertragen. In weiteren Rollen glänzten Detlef und Heike Bengs, Nimet Gökcanak, Helmut Kaltenbach, Günter Kraus, Walter Schnabel und Brigitte Weissbrodt.

Die meisten Vorstellungen sind ausverkauft, Restkarten sind noch erhältlich. Für die Vorstellung am Sonntag, 22. März sind noch Karten verfügbar.


Darsteller und Termine

Darsteller der Komödie Schocker:

Dennis Affeldt (Doktor Viel); Detlef Bengs (Theatergott, Hellmuth, Beppo und viele andere); Heike Bengs (Bürgerin, Chor und viele andere; Sektbar Organisation); Hilde Butz (Schocker); Nimet Gökcanak (Konsulin und viele andere); Gerald Hacker (Theatergott, Höllenfürst und viele andere); Helmut Kaltenbach (Theatergott, Intendant, Beppi u.v.a.); Günter Kraus (Allmächtiger, Gustav Gründgens); Sandra Lutz (Susannchen); Walter Schnabel (Ephraim, Kameramann u.v.a.); Brigitte Weissbrodt (Fräulein Umlaut, Linda und viele andere); Harmonika-Orchester Murg: Silvia Schäuble und Thomas Lüthy (Akkordeon), Martina Vitacca (Musikarrangement); Renate Kraus (Regie); Emily Bengs (Choreographie); Anne Hippin (Vorverkauf und Abendkasse); Günter Kraus (Technik); Monika Kruse (Souffleuse); Klaus Mach, Catalina Mayer und Hermann Stöger (Bühnenbild); Ruth Nowack (Maske); Roberto Pugliatti (Fotos); Freunde und Mitglieder (Sektbar).

Weitere Vorstellungen:

Freitag, 13. März, Samstag, 14. und Sonntag, 15. März, Freitag, 20. März, Samstag, 21. und Sonntag, 22. März. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

Eintrittspreise:

15 Euro, Schüler, Studenten und ALG II-Empfänger zahlen zwölf Euro. Abendkasse und Sektbar sind an den Aufführungstagen jeweils ab 18.45 Uhr geöffnet. Kartenbestellungen unter der Telefonnummer 07761/583 76, von 10 bis 19 Uhr.

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