Der im Schweizer Fricktal wohnende Unfallfahrer, der vorletzte Woche in die McDonald's-Terrasse in Bad Säckingen raste und einen Menschen verletzte, wird sich einer Gerichtsverhandlung in Deutschland wohl nicht so einfach entziehen können. Wie Florian Schumann, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen, mitteilte, sei der Unfallfahrer italienischer Staatsangehöriger.

Damit steht er in der Schweiz nicht unter dem Schutz der eidgenössichen Nationalität. Denn die Schweiz würde keinen Schweizer ausliefern.

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Wie könnte das Verfahren nun weiterlaufen? Der Unfall ist laut Staatsanwalt Schumann eine Straftat. Im Falle einer Hauptverhandlung würde der Fahrer unter der bekannten Adresse im Fricktal angeschrieben und vorgeladen. Und falls er nicht erscheint? Genau in diesem Punkt sei die Nationalität wichtig, hatte Rechtsanwalt Cornel Wehrli von der Kanzlei Wehrli Partner Rechtsanwälte in Frick gegenüber der Aargauer Zeitung bereits erklärt. Die Schweiz werde zwar keinen Schweizer ausliefern, aber bei nicht-schweizerischen Staatsbürgern sei eine Auslieferung etwa nach Deutschland möglich. Somit wird sich der Unfallfahrer nur schwer einem Verfahren entziehen können.

Bei dem Unfall am westlichen Ortseingang von Bad Säckingen war die Freiwillige Feuerwehr Bad Säckingen mit sechs Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen im Einsatz.
Bei dem Unfall am westlichen Ortseingang von Bad Säckingen war die Freiwillige Feuerwehr Bad Säckingen mit sechs Einsatzkräften und zwei Fahrzeugen im Einsatz. | Bild: Peter Umstetter

Laut Schumann von der Staatsanwaltschaft Waldshut sei auch ein Strafbefehlsverfahren vorstellbar. Der Strafbefehl ist ein vereinfachtes Verfahren bei leichter Kriminalität ohne Hauptverhandlung durch einen schriftlichen Strafbefehl. Akzeptiert ihn der Beschuldigte, ist das Verfahren abgeschlossen. Erhebt er Einspruch komme es zur Hauptverhandlung.

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Die deutsche Strafverfolgung könnte auch ein Verfahren in der Schweiz beantragen, falls der Unfallfahrer nicht erscheint. Experten vermuten jedoch, dass sich der Crash-Pilot eher der deutschen Justiz stellt, da diese im Gegensatz zur eidgenössichen Justiz bei Verkehrsdelikten milder urteilt.

Für die deutschen Strafverfolgungsbehörden handelt es sich um eine Straßenverkehrsgefährdung. Grundsätzlich sehe der entsprechende Paragraph „Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor“, so Staatsanwalt Schumann. Zu dem konkreten Verfahren nahm er keine Stellung. Der Schweizer Rechtsanwalt Wehrli geht nach der jetzigen Ermittlungslage davon aus, dass in beiden Ländern höchstens eine Haftstrafe auf Bewährung ausgesprochen würde.