In der Sigma-Klinik in Bad Säckingen präsentierten sich unter dem Titel „Fantasiestücke“ die 1993 geborene Pianistin Rebecca Vogt sowie der ein Jahr ältere Fagottist Francisco Bautista Ortega Arenas einem begeisterten Publikum im gut gefüllten Kliniksaal. Es war das mittlerweile 53. Konzert in der Reihe „Auf’s Podium“, die eigens für Auftritte junger Künstler ins Leben gerufen wurde.

Wolfram Schottler begrüßte die Anwesenden, wobei er versprach, dass die beiden jungen Künstler sowohl solistisch als auch im Duo auftreten würden. Die künstlerische Leiterin der Konzertreihe, Lisa Wellisch, führte ebenso kurz wie sachkundig in die einzelnen Programmpunkte ein, die für Pianistin Rebecca Vogt gleichzeitig als Generalprobe für ihre anstehende Bachelorprüfung an der Freiburger Musikhochschule gelten durften.

Dramatik als besonderer Reiz

Zu Beginn des Konzerts erklang Claude Debussys Sarabande aus der „Suite pour piano“ für Fagott und Klavier, in der beide Instrumente über weite Strecken der weit ausgreifenden Legatomelodie parallel miteinander musizierten, was dem elegischen Grundcharakter des Stücks wie auch der Steigerung zu sehnsuchtsvoller Dramatik einen besonderen Reiz verlieh.

Danach interpretierte Rebecca Vogt Bachs virtuose "Englische Suite Nr. 3". Mit Verve ging sie das Prelude an, gestaltete den Satz musikalisch flexibel mit dem Ausdruck dienenden leichten Temposchwankungen und kraftvoll intonierten, zielgerichteten Staccatopassagen. Nachdenkliche Ritardandi charakterisierten die Allemande. Sehr zügig und mit markanten Akzenten durchsetzt, formte die Pianistin die Courante aus, wodurch der starke Kontrast der schwer lastenden, melancholischen Sarabande im Anschluss besonders schön zur Geltung kam. Auf die beiden munter und liedhaft wirkenden Gavotten folgte eine wieselflinke, eher polyphon geprägte Gigue.

Das Fagottstück „Tripitura“ des zeitgenössischen Komponisten Òscar Àlvarez setzt sozusagen alle Facetten des Windes in Töne. Eingebettet in eine sehr gesanglich fließende Linie sind kurze, in für das Fagott atemberaubender Höhe gesetzte Floskeln im Wechsel mit vibrierenden abgrundtiefen Basstönen. Pfeifende Windgeräusche unterbrechen das aparte, munter bewegte Laufwerk ebenso wie freche, trotziges Beharren und sehnsüchtige Bitte assoziierende Einwürfe.

Ein Wiederhören mit alten Bekannten brachte die Interpretation der beiden Schubert-Impromptus Op. 90 Nr. 1 und 3, von Rebecca Vogt ausgesprochen differenziert und kraftvoll vorgetragen. Dabei glänzte das erste Impromptu vor allem durch seine klare Durchhörbarkeit und das zweite durch die ausdrucksstarke Melodieführung.

Eine wundervoll verwobene Einheit bildeten die beiden Instrumente bei den abschließenden Fantasiestücken op. 73 von Robert Schumann, mit einem singenden, frohlockenden Fagott und einem weich fließenden Klavier, die beide die Bravorufe der Zuhörer mehr als verdient hatten. Die beiden jungen Künstler bedankten sich mit einem kurzen Stückchen von Charles Koechlin als Zugabe.