"Noch einmal" – so lautet der Titel von Emil Steinbergers Best-of-Programm. Und treffender geht es eigentlich gar nicht. Schließlich konnte doch das Publikum im (natürlich) ausverkauftem Gloria-Theater am Samstag Abend gar nicht genug bekommen von dem Urgestein des Schweizer Humors und seinem bunten Mix aus Nummern, die längst Klassiker sind, aber auch neuen Stücken.

Eine "Symphonie des Lachens" sollte es laut Ankündigung werden, und der beliebte Schweizer Künstler hatte seinen Fans nicht zu viel versprochen. In gewohnter "emilesker" Form betrachtet Steinberger Alltagssituationen und schlüpft in die unterschiedlichsten Rollen. Dabei ist der Komiker sowohl lustig als auch hintergründig, aber nie wirklich boshaft sondern stets mit liebevollem Blick auf die kleinen Geschichten des Alltags bedacht. Ob er als Rentner seine Nachbarn beobachtet oder als grantelnder Senior im Zug sitzt, das Publikum ist stets hingerissen von der ganz besonderen Art des Schweizers – eben emilesk.

Dabei arbeitet Steinberger nur mit wenigen Requisiten und geringfügigen Kostümwechseln. Nur ein Hut oder eine Krawatte macht da den Unterschied, der ganze Mann scheint plötzlich verwandelt, wenn er vom alles wissenden Beifahrer zum achten Bundesrat wird. Ohne viele Umschweife wird auch das Publikum mit eingespannt, und darf als Stichwortgeber oder Hintergrundchor dem Altmeister zur Hand gehen. Doch Steinbergers Humor hat durchaus einen doppelten Boden: Lacht man zuerst über den schräger Senior an der Garderobe mit seiner ganz eigenen Mathematik, kommt man bei den feinen Stichen in Richtung Versorgungssystem kurz darauf ins Nachdenken.

Die Beobachtungen Steinbergers decken so Manches schonungslos auf, was im Alltag vielleicht nur am Rande wahrgenommen wird. Dass Teile seines Programms aus den 60er Jahren stammen, würde dem unbedarften Zuschauer ohne den Hinweis des Komikers und Schauspielers wohl gar nicht auffallen. Denn besonders die Klassiker wie Kommissar Schnyder oder der stolze Vater mit Kinderwagen zeigen: guter Humor ist einfach zeitlos.

Ob der Programmtitel nun als Abschluss, Bitte oder Frage zu sehen ist, lässt Steinberger auch nach zwei Stunden bester Unterhaltung offen. Aber wer von dem besonderen Schweizer Humor nicht genug bekommen kann, wird sich den Abend vielleicht bald nach Hause holen können: Ein Kamerateam hat den gelungenen Auftritt mit dem bestens aufgelegten Publikum aufgezeichnet.