Überall drehen sich Räder, Klappen werden geöffnet, aus Lautsprechern dröhnt es in verschiedenen Tonlagen. Die Vernissage des Freiburger Künstlers Claus Schneidereit die Besucher nicht nur auf emotionaler Ebene. Kinetische Kunst nennen sich die beweglichen Kunstwerke, die durch Motoren gesteuert werden. Per Knopfdruck oder mit einem Ziehen werden die Werke lebendig.

Immer wieder drücken die Besucher auf die Knöpfe, um die Kunstwerke erneut zu begutachten. Fast schon wie in einer Innenstadt klappert und schallt es aus allen Ecken. Überall bewegen sich Stangen, Räder werden in Bewegung gebracht, Zahnräder drehen sich und Lautsprecher geben Töne wieder. Diese Eindrücke bewegen jeden Betrachter zum erneuten Betätigen der Hebel. "Claus Schneidereit spielt mit unserer Neugier. Der Dialog zwischen den Kunstwerken und dem Betrachter steht bei seiner Kunst im Vordergrund", erklärte Frank van Veen, Vorsitzender des Kunstvereins Hochrhein.

"Meine Inspiration kommt eigentlich immer spontan"

Die Kunstwerke von Claus Schneidereit repräsentieren laut eigenen Angaben vor allem den Dialog zwischen Mensch und Maschine. "Heutzutage werden wir fast immer von Maschinen gesteuert. Bei meinen Kunstwerken ist es genau andersherum", so Schneiderat. Die Steuerung seiner kinetischen Werke programmiert der Künstler selbst. Schneiderat beschreibt sich als Quereinsteiger, der durch seine beruflichen Kenntnisse als Elektriker und Schlosser viele Informationen gewinnen konnte. Manche der Werke fordern nicht nur jede Menge Kenntnisse, sondern auch einiges an Zeit. Die Herstellung eines Kunstwerks kann sogar bis zu einem Monat dauern, da verschiedene Programme immer wieder ausprobiert werden müssen.

"Meine Inspiration kommt eigentlich immer spontan. Man sitzt in der Werkstatt und plötzlich hat man ein Bild vor Augen", berichtet der 53-Jährige. Ereignisse aus der Vergangenheit sowie aktuelle Themen finden sich in den Werken von Schneiderat wieder. So erstellte der Künstler sein Objekt "Nachtschicht" nach einer Nachtschicht und verarbeitete die Eindrücke der Industriegebäude in einer Installation. Auch "Lausbuben am Zaun" lässt auf eine spontane Begegnung schließen. Hinter einem Metallzaun schauen abwechselnd immer wieder zwei Kinderköpfe hervor, wenn ein Knopf betätigt wird. In einem anderen Raum kriecht der "Käfer" auf der Stelle und zappelt mit seinen Metallbeinen. Frank van Veen zieht ein positives Resümee: "Es ist einfach eine tolle Ausstellung, die heute zahlreiche Besucher angelockt hat." Künstler Claus Schneidereit freut sich ebenfalls über die vielen Rezensionen, die er am Sonntagvormittag erhielt.


Die Ausstellung

Die vom Kunstverein Hochrhein organisierte Kunstausstellung "Bewegliche Objekte" des Künstlers Claus Schneiderat findet bis Sonntag, 9. Oktober, statt. Mehr als 60 Installationen befinden sich im Kulturhaus der Villa Berberich. Zu sehen sind die Kunstwerke mittwochs, 17 bis 18 Uhr, samstags, 14 bis 17 Uhr, sowie an Sonn- und Feiertagen, 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.kunstverein-hochrhein.de