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Bad Säckingen Ein Zuhause für junge Familien: Das steckt hinter einem modernen Dach

Ein Zuhause für junge Familien (2): Ein modernes Dach muss einiges können und einiges aushalten. Zimmermeister Hubertus Matt zeigt, was so dahinter steckt

Eine gute Dachkonstruktion ist das A und O bei einem Haus. Ein Dach hat großen Einfluss auf das Klima in einem Gebäude, in Zeiten energetischer Bauweise übernimmt es auch eine wichtige Funktion bei der Isolierung. Was ein gutes Dach ausmacht, darüber weiß Hubertus Matt Bescheid. Anhand der Wohnhäuser, die im Rahmen der Aktion "Ein Zuhause für junge Familien" von Volksbank Rhein-Wehra, Stadt Bad Säckingen und SÜDKURIER Medienhaus in Rippolingen gebaut werden, gibt der Zimmermeister und Generalunternehmer einen Überblick, was so alles in einem modernen Dach steckt.

  1. .Welche Schritte sind nötig, bis ein Dach aufgerichtet ist? Zunächst einmal gibt es eine Reihe von Vorbereitungen zu treffen. Die benötigten Balken werden im Sägewerk auf die Standardlängen zugeschnitten und dann beim Zimmereibtrieb angeliefert. "Anhand der Baupläne programmieren wir unsere Abbundanlage, um das Bauholz weiterverarbeiten zu können", so Hubertus Matt. Wie in vielen Bereichen des Handwerks hat hier längst die Computertechnik Einzug gehalten. Das Holz wird entsprechend den Maßen zugeschnitten. Es hat beinahe etwas von Puzzleteilen, was am Ende des Prozesses herauskommt. Soweit möglich werden daraus bereits größere Bauteile in der Werkstatt zusammengebaut: "Dadurch sind wir nicht so sehr vom Wetter abhängig und kommen auf der Baustelle schneller voran." Im Fall des Bauvorhabens in Rippolingen können etwa ganze Wände vorbereitet und einseitig beplankt werden. Die Teile werden dann zur Baustelle transportiert und dort eingebaut.
  2. .Wie lange dauert es, bis ein Dach aufgerichtet ist? Für die Arbeiten am Dach für eine Doppelhaushälfte, wie sie in Rippolingen entsteht, kalkuliert Hubertus Matt gut zwei Wochen. Etwa vier Tage veranschlagt er für die Vorfertigungen in der Werkstatt. Nach Transport rechnet er auf der Baustelle mit zwei bis drei Tagen für das Aufrichten, also für das Aufstellen der Holzwände im Obergeschoss und des Dachstuhls. Dann kann bereits das Richtfest gefeiert werden. Anschließend ist der Spengler an der Reihe. Er wird diverse Bleche und die Dachrinnen montieren, bevor wiederum die Zimmerleute die Dachfläche mit modernen anthrazitfarbenen Ziegeln eindecken.
  3. .Welche Besonderheiten haben die Dächer in Rippolingen? Es handelt sich um eine Holzständerbauweise mit Vollisolierung, die an der Oberkante der Decke ansetzt. Damit werden einerseits die Vorgaben energetischer Bauweise erfüllt. "Es ist aber insgesamt eine sehr ansprechende Lösung, weil im Dachgeschoss die Schlafräume vorgesehen sind", so Matt. Der hohe Holzanteil im Dachgeschoss – neben der eigentlichen Dachkonstruktion sind auch Zwischenwände aus Holz – sorge für ein angenehmes Raumklima. Zudem bietet sich für die künftigen Hausbesitzer die Möglichkeit, Eigenleistung zu erbringen und dadurch Kosten zu sparen, sagt Matt. Beim Verlegen der Isolierung etwa oder beim Beplanken der Wände mit Gipsplatten.
  4. .Was für Holz wird für die Dächer verwendet? Bei dem Wohnbauprojekt in Rippolingen kommt ausschließlich so genanntes Konstruktionsvollholz (KVH) Fichte/Tanne zum Einsatz. Dabei handelt es sich um veredeltes Bauschnittholz, das technisch getrocknet wurde. "KVH-Holz hat eine Restfeuchte von zwölf bis 15 Prozent", schildert Hubertus Matt. Der große Vorteil: Es muss keinerlei Holzschutzmittel eingesetzt werden, um das Bauholz zu behandeln.
  5. .Sind die Dächer für PV-Anlagen ausgelegt? Wenn die künftigen Bewohner der Häuser in Rippolingen sich dazu entschließen sollten, eine Photovoltaik-Anlage auf ihr Dach zu montieren, ist das kein Problem, sagt Hubertus Matt: "Die Dächer sind immer schon für so etwas ausgelegt."

Die Serie

In der zweiten Etappe unserer Serie „Ein Zuhause für junge Familien“ befassen wir uns mit den Fortschritten auf der Baustelle.

8. November: Der Rohbau

15. November: Das Dach

22. November: Versicherung

29. November: Baustellenrundgang

Alle Serienteile finden Sie auch in unserem Dossier im Internet: www.suedkurier.de/Familienzuhause

Wie sich mit Eigenleistungen Geld sparen lässt

Durch Eigenleistung beim Hausbau lassen sich erhebliche Kosten sparen. Allerdings sollten gerade handwerkliche Laien einige Dinge beachten.

  • Ersparnis: Eine mittlere sechsstellige Summe müssen Bauherren beim Hausbau einkalkulieren. Wohl dem, der über genügend handwerkliches Geschick verfügt, um selbst die ein oder andere Arbeit zu übernehmen. Gerade wenn es an die Gewerke im Innenausbau geht, können erhebliche Mittel eingespart werden, selbst wenn man kein Profiheimwerker ist. Bis zu 80 Prozent lassen sich nach Expertenberechnung etwa bei Maler- und Tapezierarbeiten sparen. Das Verlegen von Rigipsplatten ist zwar aufwendig, aber auch hier spart sich der Bauherr, der dies selbst übernimmt, bis zu 70 Prozent der Kosten. Ebenfalls mit geringen Kenntnissen machbar sind Arbeiten an der Außenanlage, Fließenverlegen oder die Installation von Laminatböden. Bei Rohbau- oder Putzarbeiten ist schon deutlich mehr Fachwissen vonnöten.
  • Muskelhypothek: Zum Teil erkennen Banken die erbrachte Eigenleistung sogar zum Eigenkapital hinzu, was sich etwa in günstigeren Kreditkonditionen niederschlägt. Laut Baugesetzbuch kann für jede Arbeit, die ein Häuslebauer in Eigenleistung vornimmt, der Arbeitslohn angesetzt werden, den ein Bauunternehmer veranschlagen würde. In der Regel erkennen Kreditgeber bis zu 15 Prozent der gesamten Baukosten als Eigenleistung an.
  • Grenzen der Eigenleistung: Experten warnen vor Selbstüberschätzung am Bau. Dies gilt sowohl im Hinblick auf den zeitlichen Aufwand, den Eigenleistung mit sich bringt, aber auch die körperlichen Anforderungen. Man sollte sich der auch Grenzen der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst bleiben. Zugleich eignet sich aus verschiedenen Gründen auch nicht jedes Gewerk für die Erbringung von Eigenleistung. Kritisch wird es insbesondere bei Bereichen, bei denen infolge falscher oder unsachgemäßer Arbeit Gefahren resultieren – etwa bei der Elektroinstallation. Auch von Sanitärinstallationen sollten Laien lieber die Finger lassen. Zu groß ist die Gefahr von Undichten Stellen. Aufgrund des hohen Risikos bis hin zu Lebensgefahr dürfen verschiedene Arbeiten nur von Profis ausgeführt werden. (msb)

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