Bad Säckingen Ein Trauerspiel: Bad Säckinger Hüüler tragen Fasnacht zu Grabe

Die Fasnacht 2018 ist unter lautem Gehaul zu Ende gegangen. Die Bad Säckinger Hüüler haben am Dienstag die Fasnacht zu Grabe getragen. Oberhüüler Dirk Gottstein blickte noch einmal genau hin und zog humorvoll Bilanz.

Gestern Abend ging sie mit lautem Gejammer und Getöse zu Ende: die Fasnacht 2018. Für eingefleischte Narren ist die Verbrennung des Böög der traurigste Anlass der fünften Jahreszeit, für viele Zaungäste der schönste – wegen der besonderen Atmosphäre und der einmaligen Optik. Für die kreidebleichen Gesichter der Hüüler inklusive der nach unten gezogenen Mundwinkel sorgte wie gehabt ein geübtes Schminkteam im Gallusturm. Von dort setzte sich der Trauerzug in Richtung Münsterplatz in Bewegung, wo sich rund um den Scheiterhaufen bereits jede Menge Schaulustige versammelt hatten, um dem Ende des Böög beizuwohnen. Bevor es krachte und zischte, wurde laut geklagt und geheult. Aber auch gelacht: In seiner Trauerrede rollte Dirk Gottstein traditionell Pleiten, Pech und Pannen der zu Ende gehende Fasnacht sowie kommunalpolitische Höhepunkt auf. Das Thema Spital war eines, was natürlich nicht fehlen durfte. „Was die obere us Waldshut mit uns do gmacht hän, spottet jeder Beschreibung. Des isch einfach unglaublich und nur zum hüüüüüle.“ Hier ein paar Auszüge.

  • Die Narrenzunft selbst liefert dagegen vieles, was sich auf heitere Art aufs Korn nehmen lässt. Da bleibt auch der Zunftmeister nicht verschont. „Dini riesige Wurstkette (beim Neujahrsempfang) hät dann zum Glück au gli dafür gsorgt, dass närrische Stimmung ufko isch. Unser Zunftmeister mit ner riesigen Wurstkette, des sah us und gstunke hät es. Aber eine wahnsinnige Wirkung hät sie scho ka, was eigentlich unmöglich isch wurde zur Realität. Unser Buggi Guhl isch endlich mal ruhig und konzentriert gsi. Mensch hät der die Wurstkette aklotzt. Und gschmachtet hät er ohni End, ich glaub so stellt sich unser Buggi Halsketten vor. Da war er komplett nebe sich. Oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh. Aber au unser Zunftmeister Rolf Meyer war am 6. Januar nicht mehr siner Sinne, so isch er doch tatsächlich zum Recyclinghof gfahre. Mensch Rolfi, de 6. Januar isch doch en Fiirtig. Oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh, du bisch so einer.“
  • Polizei und Umweltminister: „Am erste Faiße isch dann die Fasnacht so richtig losgange. Mensch war des en schöne Tag. Unseri Polizei mit ihrem Chef dem Albert Zeh hän uns toll unterstützt. Nur ein Beamter der Stadt hät de erste Faiße nit im Kopf ka. So hät unser Umweltminister Ralf Däubler doch tatsächlich alle Stadträt zu einem Empfang ins Schlos iglaade. Des gibt es doch nicht – so wollte de doch tatsächlich am erste Faiße neue Umweltstrategie entwerfe. Des isch so en Umweltnarr. Au unser Brauchtumsverantwortliche Wolfgang Butz war total närrisch unterwegs. So lag er doch noch am Vormittag mit fast 40 Grad Fieber im Bett. En erste Faiße ohne ihn, des goht aber gar nit. Kaum zu glauben aber wahr, so stand er doch noch am Nachmittag als Wälder am Narrebaum. Des Mittelchen hät i au gerne – i glaub, jetzt gibt es au bald en Dopingskandal an Fasnacht. De Doping Wolfgang, oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh.“
  • Dies und das: „Vor zwei Woche hät de Schmidt’s Markt uff dem Brennet Areal eröffnet. Mensch isch des en schöne Markt mit viele Attraktione. Fast alle Weine der Welt kann man do kaufe. Nur der hießige Markgräfler Wein heißt bim Schmidts Markt Marktgräfler Wein. Jetzt hän di de Wii doch tatsächlich zum Markt Gräflerwein umtauft. Des sin halt Hotzewälder die wisse, wie man es mache muss. Einer der au weiß wie es goht, isch unser Ehremitglied, de Mimi Brogli. Er hät im Mariehuss für den St. Vincentius-Verein en Anmeldeformular hole welle. Die hän ihm dann au en Anmeldeformular ge, aber nit vom Verein, sondern fürs Seniorenheim. Mimi, was die sich wohl debi denkt hän. Mimi des war hart und sau bitter. Oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh.“
  • Narrenspiegel: „De Narrespiegel dieses Johr war wieder super. Selbst unser Landrat Dr. Martin Kistler hät sich zu uns traut. So isch er doch prompt vom Puplikum bi de Begrüßung uusbuuht worde. Des war aber no nit alles; so hät unser Buggi Guhl doch zu unserem Zunftmeister gsagt, dass die Narre ruhig mit faule Eier nach ihm werfe könne. Gut ziele mün sie aber schon – nit, dass sie ihn, sprich unsern Buggi Guhl treffe, schließlich war er ihm Häs do. Wenn des de Landrat gehört hätte. Oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh.“
  • Am Fasnachtssamstag „war wieder eine Menge los und unser kleines Narredorf war super. De Höhne Jörg hat au alle Zelt miteinander synchronisiert, damit über all die gliche Musik läuft. Uf einmal isch de Dekan aus dem Münster gestürmt, weil die Musik au im Münster us dene Boxe ko isch. Jetzt hät de Jörg au noch des Münster beschallt und des no mit dem Lied die Hände zum Himmel. Oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh“.
  • Ende: „So Böög jetzt isch es vorbei – ä kurzi aber super schöni Fasnacht goht zu Ende. Nimm din letzte Schluck, denn jetzt goht es dir an de Krage. Oh jeeeeeeeeeeeh, oh jeeeeeeeeeeeh. Jetzt isch es vorbei. Jetzt noch 366 Tage und dann isch wieder de Erste Faiße. Es goht dagege: Narri, Narro.“

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