Drei Gitarristen, ein Schlagzeuger und alle vier mit klassischer dunkelbrauner Pilzfrisur – allein aufgrund ihrer Optik sind sie unverwechselbar: Die Beatles. Zwar haben die „Fab Four“, wie sie gemeinhin nicht nur in Fankreisen genannt werden, seit Jahrzehnten nicht mehr auf der Bühne gestanden.

Doch beschlich die Zuschauer am Samstag das Gefühl, als wären es tatsächlich Paul McCartney und Co. vor ihnen im Gloria-Theater. Mit hochgezogenen Gitarren, im adretten Anzug, der zappeligen Mimik und stilechter Pilzkopf-Frisur wuselten Ernie Mendillo, Ziga Stanonik, Matic Pelcel und Anze Semrov – die Musiker hinter der Tribute Band „HELP!“ über die Bühne und zollten dem unvergesslichen Quartett aus Liverpool in unnachahmlich authentischer Weise Tribut. Ihr Auftreten ist eine Hommage an das Original, eine Würdigung der popkulturellen Legenden ganz ohne Parodie.

Musikalischer Erfolg lässt sich oft von zwei Seiten betrachten, wobei die Beatles das in der Musikgeschichte vielleicht mit am eindrücklichsten geschafft habe. Einerseits lassen sich anhand von Plattenverkäufen, Konzertbesuchen oder gespielten Radiominuten Erfolge rational belegen. Andererseits ist da noch das, was bleibt. Das Nachwirken zeitloser Songs, das auch heute noch Stätten, wie das Bad Säckingen Gloria-Theater füllt. Und so ließ die Tribute-Band das für sich sprechen, um das es im Kern geht: Die Lieder, die auch mehr als 50 Jahre nach Auflösung der Band noch so bekannt sind, dass sie jeder mitsingen kann.

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Und so war es vor allem ein Abend der großartigen Musik und Liedtexte. Mit „A Hard Day‘s Night“, „Love Me Do“ oder „Yellow Submarine“ füllten die vier „Tribute-Beatles“ Schlag auf Schlag die erste Konzerthälfte und sorgten für herausragende Stimmung. Mit der Ansage „We‘re gonna have some dancing later on“ lag der Bandleader Ernie Mendillo schließlich goldrichtig. Im zweiten Teil erklang unter anderem das für die Revival-Band namensgebende „Help!“ und die Songs aus dem Kult-Album „Sgt. Pepper‘s Lonley Hearts Club Band“, die kaum mehr einen Besucher auf seinem Sitz hielt.

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Für das Gloria-Theater es jedenfalls eine gelungene Premiere. Auch die Musiker selbst werden ihren ersten Auftritt in der Trompeterstadt so schnell nicht vergessen. Ganze fünf Zugaben forderte das Publikum von der sichtlich gerührten Tribute-Band ein, die gezeigt hat, dass das was einst im Hamburger Indra-Club revolutionär begonnen hat noch lange nicht zu Ende ist.

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