Bad Säckingen – Mülleimer überfüllt mit Plastikbechern, Berge von Müll überhäufen die Wiese – nach so manchem Fest ist das Ergebnis für die Umwelt kein gutes. Was bleibt, ist der Müll: So auch das Bild nach dem kürzlich stattgefundenen Southside-Festival in Neuhausen ob Eck. Anders ist dies beim hiesigen Badmattenfest, das am 6. und 7. Juli zum 28. Mal im Badmattenpark gefeiert wird. Zum ersten Mal ist es dieses Jahr plastikfrei und auch CO2-neutral. Letzteres schafft das Brückenfest zumindest auch.

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Die Organisatoren des Badmattenfestes von DJK Handball und der Stadt haben die Umweltaspekte schon sehr früh aufgegriffen. Nicht nur, dass Natur, Umwelt und Energie als Themen der Agenda-Gruppen im Vordergrund stehen. Schon vor 15 Jahren haben sie auf das Geschirr-Mobil umgestellt ohne Einwegteller- oder Becher. Vollkommen plastikfrei wird das Fest aber erst dieses Jahr, wenn dann auch auf jegliche Trinkröhrchen aus Kunststoff verzichtet wird.

„Das Badmattenfest ist bei uns die Wiege der Nachhaltigkeit“, sagt Ralf Däubler, der Umweltbeauftragte der Stadt. Und zum ersten Mal wird das Familienfest klimaneutral sein. Ralf Däubler erklärt im Pressegespräch, wie das funktioniert. Die Auswirkungen auf die Umwelt wie Konsum, Verkehr und Energie haben die Organisatoren schon im Vorfeld in CO2-Emissionen umgerechnet. Heraus kamen 50 Tonnen CO2. Die Handballer und die Stadtwerke haben sich bereit erklärt, für den Ausgleich aufzukommen. Dafür werden 250 Bäume von der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-Planet auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko gepflanzt. Und auch vor Ort wird was getan: In Bad Säckingen werden Kinder bereits weitergebildet zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit. Im Oktober 2018 war dazu Felix Finkbeiner, der Begründer von Plant-for-the-Planet, mit seiner Kinderakademie in Murg und hat mit Schulen Bäume gepflanzt. „Das war für uns der Anlass, damit weiterzumachen“, sagt Däubler.

Beim Badmattenfest wird auch beim Essen auf Regionalität geachtet: Schaut man auf die Speisekarte, findet man dort nur heimische Gerichte. Und es ist angegeben, wo die Speisen herkommen. „Die Fairtrade-Town Bad Säckingen wird hier gelebt“, sagt Däubler stolz. Neben den üblichen Speisen, stehen auch Fairtrade-Getränke und veganes Essen auf der Speisekarte.

Wer sich beim Badmattenfest etwas zu essen holt, kann die Essensreste in einer Lunchbox mit nach Hause nehmen.
Wer sich beim Badmattenfest etwas zu essen holt, kann die Essensreste in einer Lunchbox mit nach Hause nehmen. | Bild: Michael Gottstein

Auch die Müllentsorgung wird neu organisiert, dies sei ein Pilotversuch. „Wir trennen, was wir trennen können“, sagt Jürgen Helfer, der zweite Vorsitzende der DJK-Handballer. Mehrere braune Tonnen werden dazu aufgestellt, in die die Organisatoren selbst die Essensreste entsorgen. Doch soweit muss es gar nicht kommen. Denn was als zu viel auf dem Teller zurückbleibt, kann auch mit nach Hause genommen werden: Dazu werden Lunchboxen aus recyclebarer Pappe bereitgestellt.

Doch was machen die Organisatoren selbst für die Umwelt? „Wir schauen, das wir nicht mit den Autos zum Fest fahren“, sagt Jürgen Helfer. Das sei in diesem Jahr ohnehin ein guter Tipp, sei doch die Parkplatzsituation aufgrund der Baustelle rund um die Badmatten-Sporthalle schwierig.

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Doch wie umweltfreundlich ist eigentlich das Brückenfest am kommenden Wochenende? Auch hier wird mit Emissionen von 50 Tonnen CO2 gerechnet und somit werden ebenfalls 250 Bäume auf der Yucatán-Halbinsel gepflanzt. Und wie plastikfrei ist das Brückenfest? „Bis auf vereinzelte Stände, ist auch dieses Fest plastikfrei. Die meisten Vereine verwenden Porzellanteller“, sagt Elisabeth Vogt, die das Fest organisiert. „Wenn, dann verwenden wir nur Mehrweg-Flaschen“,sagt sie. „Es ist aber schwierig, wenn so wie dieses Jahr viele neue Vereine dabei sind, die sich erst reinfinden müssen“, so die Leiterin des Stadtmarketings. Es sei auch der Plan des Brückenfestes in den kommenden Jahren komplett plastikfrei zu werden.

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