Das 60 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Gloria-Theater in Bad Säckingen hat zwar Charme, kann aber mit den heutigen Anforderungen nicht mehr mithalten. Erforderliche Maßnahmen sind nur durch einen Anbau zu verwirklichen. Besucher bemängeln zu wenige behindertengerechte Toiletten, den nicht vorhandenen behindertengerechten Eingang und das kleine Foyer bei ausverkauftem Haus.

Nicht genug Geld für die gewünschte Lösung

Weder die Stadt als Eigentümerin noch die Betreiber Jochen Frank Schmidt und Alexander Dieterle verfügen über die notwendigen finanziellen Mittel für den Anbau. Die Förderfreunde des Gloria-Theaters unternehmen die größten Anstrengungen, Möglichkeiten für die Finanzierung des Anbaus zu finden. Die Pläne stehen, doch die veranschlagten Kosten in Höhe von zweieinhalb bis drei Millionen Euro sind für den Verein eine Nummer zu groß. Um den Anbau zeitnah verwirklichen zu können, wird derzeit mit Hochdruck an einer abgespeckten Planung, die eine Art Container-Lösung vorsieht, gearbeitet.

Wahlen

Wie das Theater zukunftsträchtiger gestaltet werden könnte, trieb die Förderfreunde unter dem Vorsitzenden Gerd Lay auch 2018 hauptsächlich um, wie sich in der Hauptversammlung zeigte. Lay wurde, wie seine Amtskollegen, bei den Wahlen in seinem Amt bestätigt. Stellvertreterin bleibt Heidrun Rufle, Schriftführer Eckhard Schlenker, Schatzmeisterin Kerstin Guhl und Beiräte Heike Rieck-Leibrock, Ute Großkopf, Michael Rohrer, Roland Supper und René Heutz.

Lange Schlangen

„Wer eine Veranstaltung im Gloria-Theater besucht, muss sich in der Pause überlegen, ob er die Toilette aufsucht oder etwas trinkt“, sagt Gerd Lay. Beides sei der langen Staus bei den Toiletten wegen nicht machbar. „Fixfertige, von der Denkmalschutzbehörde abgesegnete Pläne liegen vor.“ Einziges Problem: Die Finanzierung. „Wir waren ambitioniert, aber die Kosten sind sehr hoch und für uns als Verein, selbst mit Fördermitteln, eine Nummer zu groß“, sagt Lay. Bei der Stadtverwaltung finde man zwar ein offenes Ohr für die Notwendigkeit des Anbaus, doch seien die dafür notwendigen Mittel nicht vorhanden, eine finanzielle Unterstützung daher nicht möglich.

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Laut Lay habe der Verein nach „preisgünstigeren und mit ihrem Engagement zu stemmenden Alternativen“ gesucht, das Theater zukunftsträchtiger zu gestalten, die nun „eine abgespeckte Version in Form einer Container-Lösung“ vorsieht. Die Kosten: Rund ein- bis eineinhalb Millionen Euro. „Vielleicht machbar mit Hilfe von Sponsoren, Fördergeldern und den Mitgliedsbeiträgen der Förderfreunde“, hofft Lay. Denn die Entwicklung bei den stetig steigenden Mitgliederzahlen ist laut Eckhard Schlenker „erfreulich“. Dies führt er unter anderem auch auf die Möglichkeit für Mitglieder der Förderfreunde zurück, vor allen anderen das Vorverkaufsrecht für Veranstaltungen im Theater nutzen zu können.

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Aktuell verzeichnet der Verein 304 Mitglieder. Als hilfreich nicht nur bei der Gewinnung neuer Mitglieder, sondern auch für das finanzielle Polster des Vereins, erweist sich die regelmäßig ausverkaufte Kurzfilm-Matinee, unter dem Motto „Kulinarisches Kino mit Freunden“, wie Beirat Roland Supper erläuterte. Das Format Kurzfilme, kombiniert mit einem Büfett, erfahre regelmäßig große Resonanz, werde daher fortgesetzt und fest in das Jahresprogramm des Gloria-Theaters aufgenommen. Aufgrund der guten Resonanz gibt es Ende 2019 auch wieder eine Theaterführung für Mitglieder und Interessierte. Die Förderfreunde planen zudem eine Beteiligung an der 60-Jahr-Feier des Theaters.

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Einen kurzen Ausblick auf kommende Aktivitäten gab auch der Intendant des Gloria-Theaters, Jochen Frank Schmidt, der sich „begeistert vom ehrenamtlichen Engagement“ der Förderfreunde zeigte. Große Hoffnungen setzt er darauf, dass der Gemeinderat im Herbst genehmigen werde, dass die Heizungsanlage des Theaters, aus dem Jahr 1959 stammend, auf den neuesten Stand gebracht wird. Veranschlagt wurden für die Maßnahme zu einem früheren Zeitpunkt 120 000 Euro. Sie als Betreiber sowie die Förderfreunde seien laut Schmidt bereit, sich an den Kosten mit jeweils zehn Prozent zu beteiligen. „Die Heizungsanlage kann uns jederzeit um die Ohren fliegen. Im Winter blasen wir die warme Luft aus dem Theater in die Stadt“, erklärte Schmidt die Dringlichkeit.