Bereits zum vierten Mal trat am Sonntagabend der ehemalige Genesis-Sänger Ray Wilson mit seinem Quintett auf, begeisterte mit einem beeindruckenden Genesis Classic Abend, bester Rockmusik und Ohrwürmern der Rock- und Pop Ära der 1970 bis 1990er Jahre die Besucher im fast ausverkauften Theater.

Ray Wilson ersetzte Phil Collins von 1996 bis 1999 als Leadsänger der britischen Rock- und Poplegende Genesis, nachdem dieser die Band verlassen hatte. Genesis verkaufte in den 1980er und 1990er Jahren über 150 Millionen Schallplatten weltweit, zählte zu den kommerziell erfolgreichsten Musikgruppen dieser Zeit. Ray Wilson spielte unter anderem mit der Gruppe Scorpions und den Berlinern Philharmonikern. Das Classic Rock Magazin zeichnete den sympathischen Schotten als einen der erstklassigen Sänger Großbritanniens aus.

Mit seinem Quintett bestehend aus Stephanie Hoelk (Violine), Marcin Kajper (Saxophon, Querflöte, Gitarre), Mariusz Koszel (Schlagzeug), Michal Lyczek  (Keyboard) und Stephen Wilson (Gitarre) spielte Ray Wilson Genesis Classics, unvergessene Genesis-Klassiker, unplugged und neu arrangiert, auf der Bühne.

Durch den Einsatz von Violine und Saxophon bekamen die Songs ihren ganz eigenen Charme, wobei Marcin Kajper mit seinen volltönenden Soli als Saxophonist begeisterte. Genauso wie Ausnahmesänger Ray Wilson, der sich auf der Bühne authentisch und ungekünstelt gab, mit seiner Band und Songs wie "Follow You, Follow me“, „Land of Confusion, "That’s all", „Congo“, „Jesus“, „American Beauty“ oder „Another day in Paradise", die Besucher absolut begeisterte, zurück in die Jugend versetzte. Vom ersten Moment an zog Wilson das Publikum in seinen Bann, das jubelte, klatschte, mitsang. In der Pause tauschten die Besucher Erinnerungen an die damalige Zeit aus, zur der die Musik von Genesis zweifelsohne gehörte: Das Knüpfen der ersten zarten Bande, das „Schwoofen“ zu Hits wie der Ballade „Carpet Crawlers“. Wilson präsentierte nicht nur Songs von Genesis und ehemaligen Bandkollegen wie Peter Gabriel: „Solsbury Hill, sondern auch selbstgeschriebene Songs, wie den melancholischen „Song for a Friend“, einem nach einem Unfall gelähmten Freund gewidmet, der sich umbrachte, als er den Zustand nach drei Jahren nicht mehr ertrug.

Für den Abend „In Paradise“ bekamen Ray Wilson und die Band Stehapplaus, durften erst nach mehreren Zugaben, darunter „Mama“ und „Knockin' on Heavens Door“ von der Bühne, von der aus sie das Publikum rund zweieinhalb Stunden in einen Gefühlsrausch versetzt hatten.