Der Kampf gegen die Vermüllung ist eine oft frustrierende Sisyphusarbeit. Mit einer neuen Idee möchte die Stadtverwaltung Bad Säckingen daher die Bürger dazu ermutigen, ihren Abfall in die dafür vorgesehenen Behälter zu werfen. Diese bekommen Aufkleber mit flotten Sprüchen wie „Eimer liebt Dich“, „Ich wär so gerne Müll­ionär“ oder „Ich kann einiges einstecken“.

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Dem Umweltbeauftragten Ralf Däubler waren bei einem Hamburg-Aufenthalt die dortigen „Mülleimersprüche“ aufgefallen, und die hanseatische Stadtreinigung hatte nichts dagegen, dass die Trompeterstadt die Idee kopiert und auf ihre Verhältnisse anpasst – etwa durch den Spruch „Mit Pauken und Trompeten für eine saubere Stadt“. Ute Schmolke-Hönigschmied von der „Agentur Blattwerk 24“ hatte eine Reihe von „Mülleimersprüchen“ ersonnen, und anschließend wurden 100 Sticker produziert, die nun auf die öffentlichen Abfalleimer der Stadt geklebt werden – zumindest auf einige, denn insgesamt gibt es davon 490, wie der Leiter der Technischen Dienste, Klaus Strittmatter, erklärte. Gerade die Gegend um den Bahnhof herum sorgt wegen des herumliegenden Mülls immer wieder für Unmut unter den Bürgern. „Die Situation ist aber besser geworden, denn früher sah man bei den Rondellen um die Bäume vor lauter Zigarettenkippen die Erde nicht mehr“, meinte Ralf Däubler. Dennoch bleibe genügend zu tun.

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Für Bürgermeister Alexander Guhl ist es „deprimierend, dass Leute ihren Müll auf die Straße werfen, obwohl der nächste Eimer nur wenige Meter entfernt ist“. Die Stadt übernehme auch einige Reinigungsarbeiten am Bahnhof, obwohl dafür eigentlich die Bahn verantwortlich sei, erklärte Guhl – doch diese spare am Personal.

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In Bad Säckingen gibt es zwar einen Katalog von Buß- und Verwarnungsgeldern, der beispielsweise eine weggeworfene Zigarettenkippe mit 20 und die Ablagerung wilden Sperrmülls mit 150 Euro ahndet. Doch Kontrolle und Durchsetzung seien schwierig, berichtete der Ordnungsamtsmitarbeiter Christian Prödel, denn die Angesprochenen zeigten oft keinerlei Respekt, und nicht wenige würden sogar ausfällig oder aggressiv. Daher setzt die Stadt Bad Säckingen nun auf die Einsicht der Bürger, etwa mit der Stadtreinigungsaktion „Sauberhaftes Bad Säckingen“ oder der App „Anregungs- und Ereignismanagement“ auf ihrer Internetseite, wo Bürger Fälle von Vermüllung melden können.