Die meisten Kinder kennen die Märchen der Brüder Grimm. Unbekannter aber ist das Märchen „Zwerg Nase“ von Wilhelm Hauff. Am Donnerstag wurde es im Kursaal als Musical gespielt, vor vielen Hundert Kindern und mit Drittklässlern der Weihermattenschule als Mitspielern.

Die Geschichte

Die Geschichte erzählt vom Jungen Jakob, der von einer Zauberin in einen Zwerg verwandelt wird. Von allen wegen seiner langen Nase verspottet, besinnt er sich darauf, dass er bei der Hexe kochen gelernt hat und verdingt sich beim Herzog als Koch. Mit der Hilfe von Gans Mimi, die in Wirklichkeit ein Mädchen ist, findet Jakob das Kraut, das den Zauber bricht.

Der erzieherische Hintergrund

In der Inszenierung der Musikbühne Mannheim erlebten die Zuschauer 75 Minuten voller Poesie, Grusel und Komik, dargeboten von Schauspielern und Sängern, die ihr Metier beherrschen. Die Geschichte transportiert kindgerecht, was junge Menschen damals wie auch heute bewegt: das schwierige Erwachsenwerden, die eigene Wahrnehmung wie auch die der anderen, Ablehnung und Geborgenheit, Mut, Verzweiflung und Selbstbewusstsein. Wie bei den meisten Märchen gibt es ein glückliches Ende: Die Guten obsiegen, vereint und gestärkt durch die Kraft der Liebe.

Sechstes Märchentheater

Kulturreferentin Christine Stanzel berichtete davon, dass die Zusammenarbeit der Stadt mit der Musikbühne Mannheim schon fünf Jahre andauere. So sei es 2018 die sechste Inszenierung der nordbadischen Musical-Profis und das erste Märchen aus einer anderen Feder als die der Brüder Grimm.

Kinder dürfen mitspielen

Die Musikbühne Mannheim ist darauf spezialisiert, an den jeweiligen Aufführungsorten Kinder in die Aufführung miteinzubinden. In Bad Säckingen waren es zwölf Drittklässler der Weihermattenschule, die als Häschen und als Hilfsköche das Bühnengeschehen bereicherten. Insgesamt saßen allein 45 Jungen und Mädchen der Weihermattenschule im Publikum und fieberten mit dem Dutzend Akteure auf der Bühne mit. Auch zahlreiche Kindergartenkinder bevölkerten den Saal – Stammgäste, wie Stanzel sie nannte.

Begeistertes Publikum

Sie alle wurden Zeuge, wie man von einer Inszenierung in den Bann gezogen werden kann, die auf Schlichtheit und Authentizität setzt und bei der noch alles echt und handgemacht ist. Und nach mehr als einer Stunde Spieldauer genossen nicht nur die Mannheimer Profis den langen Schlussapplaus, sondern auch die Bad Säckinger Laienspieler der Klassen 3a bis c.