Bad Säckingen Die letzten Schwestern verlassen Bad Säckingen

Orden verlässt die Stadt nach 160 Jahren. Dekan Peter Berg würdigt die Verdienste der drei Schwestern Clementine, Gudrun und Bernarda,

Nicht die Wehmut über das Ende einer 160-jährigen Tradition, sondern der Dank für das Geleistete solle im Vordergrund stehen, meinte Dekan Peter Berg, als er im Gottesdienst am Sonntag die letzten drei Schwestern vom Heiligen Kreuz, Schwester Clementine, Gudrun und Bernarda, offiziell verabschiedete.

Ihnen zu Ehren waren die Generaloberin des Ordens, Schwester Telma Manickanamparampil aus der Schweiz, sowie die Oberin der deutschen Provinz in Altötting, Schwester Chiara Hoheneder, in Begleitung mehrerer Schwestern nach Bad Säckingen gereist. Das Gleichnis vom Sämann passte genau zu diesem Thema, denn das Wirken der Schwestern, das vor 160 Jahren in der Fischergasse begonnen hatte, ist auf fruchtbaren Boden gefallen. „Die Erziehung der Kinder ist eine der wichtigsten Aufgaben, denn es prägt die Menschen ein Leben lang, es ist ein Dienst für die Ewigkeit“, meinte der Dekan. Generationen von Schwestern hätten sich im Kinderheim und der Schule, im Krankenhaus und den Altenheimen dem Dienst gewidmet, in das Herz von Menschen hineinzuwirken und ihr Leben mit Gott in Berührung zu bringen. Zwar gebe es immer weniger Priester und Ordensleute, dennoch solle man auf die gute Saat und den Acker vertrauen. Zur Überraschung der Schwestern stimmte ein aus den Gemeindeteams gebildeter Chor einen irischen Segenswunsch und ein gesungenes „Vater unser“ an.

Schwester Chiara, die selbst vier Jahre lang an der Heimschule tätig war, erinnerte an die schwierigen Anfänge, als die Zahl der Waisenkinder in Säckingen schnell anstieg und die Schwestern (es waren zeitweise bis zu 30) auf Spenden angewiesen waren. Die Einrichtung musste wegen der Kriege, der Armut der Nachkriegszeiten und der Repressionen durch die Nazis schwierige Zeiten durchstehen, aber „als Schwestern vom Heiligen Kreuz haben wir den festen Glauben, dass auf den Tod die Auferstehung folgt“. Dass der Orden die Trägerschaft der Einrichtung, die heute den Namen „Pro Juve – Caritas Jugendhilfe Hochrhein gemeinnützige GmbH“ trägt, abgeben musste, „war eine schwere Entscheidung“, ebenso wie der Beschluss, die letzten drei Schwestern aus Bad Säckingen abzuziehen. Sie dankte für die Unterstützung und Wertschätzung, die man den Schwestern entgegengebracht habe. Als Geschenk überreichte sie dem Dekan die Gnadenmutter aus Altötting, die in dem Andachtsraum des Hauses an der Sonnhalde aufgestellt war. Bürgermeister Alexander Guhl dankte den Schwestern im Namen der politischen Gemeinde und drückte seine Hoffnung aus, dass die Schwestern gerne an ihre Zeit in Bad Säckingen zurückdenken mögen. Anschließend waren die Besucher zu einem Fest in den Pfarrgarten eingeladen.

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