In der modernen Gesellschaft gehören Smartphones und Tablets zu den täglichen Begleitern. Viele wollen auch in der Öffentlichkeit nicht mehr auf ihre Geräte verzichten. Daher stellen sich viele täglich die Frage: Wo finde ich öffentliche Hotspots im Stadtgebiet? SÜDKURIER-Nachwuchsredakteur Lukas Schäfer war auf der Suche nach freien Internet-Zugängen. Um es vorweg zu nehmen: Wer in Bad Säckingen nach einem öffentlichen Netzwerk sucht, der wird im Stadtzentrum schnell fündig. Ob in Bad Säckingen aber tatsächlich 80 Hotspots zu finden sind, wie es heißt, ist fraglich. Denn beim Rundgang haben wir zumindest in der Innenstadt nicht alle der angegebenen freien WLAN-Hotspots auch wirklich entdeckt. Dennoch: Im Vergleich mit anderen Städten sind die öffentlichen Zugänge recht gut ausgebaut und teilweise kostenlos. Außerhalb der Fußgängerzone jedoch sind aktive Hotspots ohne Ortskenntnisse kaum auffindbar.

In der Innenstadt bieten einige Restaurants und Cafés ihren Gästen die Möglichkeit eines kostenlosen Internetzugangs. Doch nun hat sich auch das Angebot an frei zugänglichen Netzwerken erheblich verbessert. Besonders der Verein "Freifunk Dreiländereck" setzt sich für offene Netzwerke ein: "Das Stadtzentrum ist in Sachen Hotspots sehr gut aufgestellt", freut sich Rüdiger Lorenz von den Freifunkern. Nachdem im vergangenen Jahr ein öffentliches Netzwerk am Münsterplatz eingerichtet wurde, kann sich jeder kostenlos und ohne Registrierung problemlos anmelden. Der Empfang bleibt bis zum benachbarten Rathausplatz stabil und ausgesprochen schnell. Touristen sind über das offene Netzwerk oft erstaunt: "Ich dachte, bis heute Abend komme ich nicht wieder ins Internet, aber der Empfang ist ja fast besser als in meinem Hotel", freut sich Urs Rütti aus Zürich.

Innerhalb der Fußgängerzone bieten vereinzelt Geschäftsleute ihren Internetzugang der Öffentlichkeit an. Diese sind zwar kostenlos, jedoch nicht ohne Registrierung nutzbar. Zusätzlich betreibt die Telekom mehrere Hotspots, die ihren Kunden zur freien Verfügung stehen, bei Registrierung mit den persönlichen Daten auch für andere Nutzer. Jedoch ist der Empfang abhängig von der Nutzung mitunter nur mittelmäßig.

Auch im Tourismusbüro und im Kursaal befinden sich zwei Hotspots der Freifunker, die einen problemlosen Internetzugang ermöglichen. Neben dem Münsterplatz gehört der Bereich um das Tourismusbüro zu den Orten mit dem besten öffentlichen Netzwerk der Stadt, das sehr schnelles Surfen erlaubt. Bei der Verbindung muss jedoch darauf geachtet werden, sich mit dem richtigen Anbieter zu verbinden. Denn vor dem Bahnhof befinden sich ebenfalls mehrere Telekom- und Fonhotspots. In Richtung der Beck-Arkaden nimmt die Verfügbarkeit freier Netzwerke wieder erheblich ab.

Im Gegensatz zur Innenstadt sind öffentliche Hotspots im restlichen Stadtgebiet schon erheblich schwerer zu finden: "Leider gibt es noch jede Menge Lücken. Es wäre schön, wenn weitere Geschäfte oder Privatleute mitmachen und ihren Internetzugang für alle öffnen würden", betont Lorenz. Nur vereinzelt sind freie Hotspots, wie zum Beispiel an der Rehaklinik, zu finden. Um den Zugang zum freien Internet zu erleichtern, haben die Freifunker eine Karte entworfen, auf der alle öffentlichen Zugänge ihrer Hotspots in der Region sichtbar sind. Dadurch soll der Zugang zu frei zugänglichen Netzwerken der Freifunker für die Allgemeinheit erleichtert werden.


 

Wer haftet bei Missbrauch?

  • Haftung: Die Frage nach der Haftung von öffentlichen Hotspots ist äußerst heikel. Bislang war umstritten, wann ein Betreiber für Rechtsverletzungen haften muss. Viele Betreiber wollten ihr Netzwerk daher nicht zur Verfügung stellen, andere verlangen eine Registrierung. Für Rechtssicherheit soll das Telemediengesetzes sorgen. Es soll den Betreiber vor Haftung bei Rechtsverstößen teilweise schützen. Das Gesetz ist aber kein Freibrief.
  • EuGH-Urteil: Im September urteilte der Europäische Gerichtshof, dass ein Betreiber eines öffentlichen Netzwerkes nicht grundsätzlich für Rechtsverletzungen seiner Nutzer haftet. Ihm kann jedoch aufgegeben werden, den Hotspot zum Beispiel durch die Einrichtung eines Passwortschutzes abzusichern. Daher muss der Betreiber vor der Herausgabe der Zugangsdaten zum Netzwerk die Identität des Nutzers prüfen. Für kleinere Anbieter, wie Café-Besitzer, wird dies jedoch wenig praktikabel sein.
  • Sicherheit: Um Haftungsrisiken zu verringern, sollten öffentliche Netzwerke durch Passwörter vor möglichen Übergriffen geschützt werden. Bis zur endgültigen Klärung der Rechtslage sollte der Betrieb eines ungeschützten Netzwerkes aber möglichst vermieden werden, sagen Experten. (luk)