Die Rhein-Jura-Klinik in Bad Säckingen und das Universitätsklinikum in Freiburg haben ihre offizielle Kooperationspartnerschaft beendet. Das bestätigt Andreas Jähne, der ärztliche Direktor der privaten Einrichtung für psychische und psychosomatische Gesundheit, auf SÜDKURIER-Nachfrage. „Der Vertrag ist in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben worden“, sagt Jähne. Details benennen möchte er nicht. Es seien „formale Gründe“ gewesen, so viel könne er sagen. „Aber es hat nichts damit zu tun, dass wir oder die Uniklinik unzufrieden waren.“

Aus Freiburg hingegen sind deutlichere Worte zu hören: "Die Kooperationspartnerschaft war aus unserer Sicht überholt. Sie war nicht mehr nötig, weil das Ziel der vertraglichen Zusammenarbeit, der Aufbau klinischer Strukturen in Bad Säckingen, erfolgreich war", sagt Benjamin Waschow, Pressesprecher des Universitätsklinikums.

Mit dem Ende der offiziellen Partnerschaft verschwand deshalb auch der Verweis auf die Kooperation, der bis zuletzt gut sichtbar auf einer Tafel vor dem Klinikeingang in Bad Säckingen zu lesen war. Andreas Jähne, der auch am Uniklinikum Freiburg in der Lehre tätig ist, hofft dennoch auf eine weitere Zusammenarbeit: „Die zukünftige Kooperation wird nun in einem dafür zuständigen Gremium gestaltet", das sich aus Akteuren beider Seiten zusammensetzen soll. Wie genau diese Zusammenarbeit aussehen soll und ob es einen neuen Vertrag geben wird, das kann und möchte Jähne noch nicht sagen: „Das steht erst nach dem Sommer fest. Bis dahin haben wir über die Neugestaltung Stillschweigen vereinbart."

In Freiburg ist man angesichts dieser Informationen überrascht. "Davon wissen wir nichts. Ein offizielles Gremium gibt es nicht", sagt Pressesprecher Benjamin Waschow. Seitens des Universitätsklinikums stehe deshalb fest: "Die gute Zusammenarbeit und der weiterhin stattfindende Austausch passiert nun auf kollegialer Ebene. So, wie es das Universitätsklinikum Freiburg mit vielen anderen Kliniken auch tut."

Etwa 60 offizielle Kooperationen mit medizinischen Einrichtungen unterhält die Freiburger Uniklinik nach eigenen Angaben aktuell. Die Rhein-Jura-Klinik, die alle Formen psychischer Erkrankungen behandelt, zählte seit 2010 zu diesem Kreis. Neben dem Aufbau klinischer Strukturen regelte der Kooperationsvertrag hier den Austausch von Behandlungskonzepten, Hospitationen sowie gemeinsame Fort- und Weiterbildungen.

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