Angelo De Rosa hat es vor fünf Jahren als Einzelkämpfer in den Gemeinderat geschafft. Er ist in Bad Säckingen damit ein Solitär, und auch in der Region haben die Linken in den politischen Gremien eher Seltenheitswert. Gleichzeitig sind auch EU-Ausländer in den Gemeinderäten nicht eben reich gesät. Der Italiener Angelo De Rosa ist deshalb ein bisschen der Paradiesvogel in der Runde. Angekommen und integriert ist er freilich schon lange in der Stadt. Die Gaststätte des bekannten Wirtes in der Rheinbrückstraße ist für ihn denn auch eine Quelle bürgerschaftlicher Stimmung zu politischen Themen. Und vom politischen Gegner wird er zuweilen – aber das keinesfalls bösartig – „Spaghetti-Kommunist“ gerufen.

Angelo De Rosa hat im Gemeinderat mit den anderen Stadträten die wichtigen Themen mitgetragen und nie ideologisch agiert. Seine Haltung hat er aber selten bis nie begründet. Seine Wortmeldungen in den letzten fünf Jahren sind an einer Hand abzuzählen. Was andere im Gemeinderat bisweilen zu viel reden, redet er zu wenig. Manchmal, da hat das Sprichwort recht, wäre auch im Gemeinderat schweigen besser als reden. Nur, für den Linken De Rosa gilt das nicht. Er ist der große Schweiger, und so haben es die Wähler ausgesprochen schwer, sich von seiner Motivation und seinen Beweggründen ein Bild zu machen.