Bei der Zweckverbandsversammlung der Jugendmusikschule (JMS) Bad Säckingen ist ein finanzieller Überschuss festgestellt worden. Familien mit drei Kindern bekommen zukünftig eine Vergünstigung. Die Neuregelung zur Geschwisterermäßigung sieht vor, dass Familien, die drei Kinder gleichzeitig in der JMS haben, eine Ermäßigung von 25 Prozent auf alle Belegungen bekommen.

Von dieser Regelung profitieren laut Manuel Wagner, Leiter der Musikschule, 15 bis 20 Familien. Die finanzielle Auswirkung wird auf 6000 Euro geschätzt. Bettina Huber, Geschäftsführerin der JMS, sagte: „Das ist eine Chance, Familien mit Kindern zu unterstützen.“ Huber weiter: „Aufgrund der besseren Jahresergebnisse aus Vorjahren kann die Reduzierung ohne Erhöhung bei den Kommunen oder den Eltern ausgeglichen werden.“

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Die JMS wird laut Huber zu 49 Prozent durch die Elternbeiträge finanziert. „Aber ohne die Mittel der Gemeinden“, so Bürgermeister Alexander Guhl, „würde es nicht gehen.“ Zu 2018 sagte er: „Das Jahr hat sich besser entwickelt, als wir es erwartet haben.“ Der Überschuss von 77.454 Euro fließt in die Rücklagen. Huber sagte: „Wir haben einen Zweckverband. für mich ist das selbstverständlich, dass wir die guten Jahre auch wieder verrechnen und zurückgeben.“ Guhl mahnte: „Wir haben jetzt fette Jahre und können einen Puffer aufbauen. Wenn wir merken, dass die positiven Jahre vorbei sind, müssen wir wieder darüber sprechen.“

Im nächsten Jahr stehen laut Wagner Erneuerungen und Renovierungen an. Das Gebäude muss unterhalten werden und der Ballett-Boden wird ausgetauscht. Ebenso soll in Raum 18 eine Akustikdecke einbaut werden. Eine neue Werbetafel an der frisch gestrichenen Fassade soll ein einladendes Bild ergeben. Für den Unterricht sollen laut Wagner Tablets angeschafft werden.

Geteilter Meinung zu Personalrat

Uneinig waren sich die Gemeindevertreter über die Einführung einer Teamleitung. Guhl sagte: „Der kommunale Haushalt ist überall stark eingespannt. Wir genehmigen den Personalrat im kleinen Rahmen befristet auf zwei Jahre.“ Wagner hofft auf Entlastung: „Der Aufwand in der Schulleitung ist durch die Anzahl an Veranstaltungen gestiegen. Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen mit Schulen und Kindergärten gab es vor 15 Jahren noch nicht.“

Carina Walenciak, Hauptamtsleiterin der Stadt Laufenburg, stimmte dagegen, sie sagte: „Wir sehen es nicht als stichhaltiges Argument, in der Vergangenheit gab es immer mal wieder Verbesserungen in der personellen Situation.“ Auch Herrischrieds Bürgermeister Christof Berger war nicht begeistert: „Wir bekommen das Fass nicht mehr zu, es wird ausgebaut werden. Ich werde die Entwicklung sehr genau beobachten.“ Alexander Guhl zeigte Verständnis: „Wir bewegen uns in einem Vertretbaren Rahmen, die Schülerzahl ging stark nach oben und das bedarf eines höheren Verwaltungsaufwands.“ Huber sagte: „Eine Lohnerhöhung für die Teamleiter ist nicht vorgesehen.“

Eine mögliche Erhöhung der Landesförderung wäre für die JMS ein großer Zugewinn. Aktuell werden die pädagogischen Personalkosten mit zehn Prozent bezuschusst. „Würde dies auf 12,5 Prozent erhöht, wäre das ein Zugewinn von etwa 20.000 Euro“, so Huber.

Dank einer Spende des Rotary Clubs hat die JMS begonnen, ein digitales Studio einzurichten. Wagner: „Kinder aus Rickenbach können dann per Mausklick am Unterricht teilnehmen oder es können Musikvideos gedreht werden.“ Wagner erklärte: „Datenschutz ist auch bei uns ein Thema.“ Die JMS habe für jeden Musiklehrer eine neue sichere E-Mail-Adresse erstellt und arbeite mit einem internen Programm an einem stetigen Austausch und an der internen Organisation.