Bad Säckingen Die Faire Woche soll Denkanstöße für eine gerechtere Welt geben

Die sechste Faire Woche in der Region am Hochrhein beginnt. Zahlreiche Aktionen machen dabei auf die Produzenten von Waren und ihre Lebensumstände aufmerksam.

Zwar gibt es in der Region mit Bad Säckingen, Murg und Herrischried drei „Fair-Trade-Gemeinden“, doch was den Marktanteil fair gehandelter Produkte betrifft, „stehen wir noch am Anfang“, erklärte Willi Moosmann, Vorsitzender des Murger Vereins „Faire Eine Welt“, als Gemeindevertreter am Donnerstag im Restaurant „Maestro“ die Faire Woche eröffneten.

Es ist das sechste Mal, dass sich die regionalen Repräsentanten der Öffentlichkeit trafen, um auf die Bedeutung des fairen Handels hinzuweisen. Gekommen waren die Bürgermeister Stefan Kaiser (Albbruck), Dietmar Zäpernick (Rickenbach) und Michael Thater (Wehr). Die Rathauschefs von Laufenburg, Murg, Herrischried und Bad Säckingen waren entschuldigt, es kamen Hauptamtsleiter Werner Vökt (Murg) und Gemeinderat Ulrich Gottschalk (Herrischried). Zudem waren Florian Eckert vom Weltladen Wehr sowie Willi Moosmann und Manfred Trenkle vom Weltlädeli Murg dabei. Dietmar Zäpernick bezeichnete es als „Ansporn für Rickenbach“, dass Herrischried zur Fair-Trade-Kommune geworden sei, und verlas ein Grußwort des Bad Säckinger Bürgermeisters Alexander Guhl, der forderte, dass jeder Mensch in der Lage sein solle, vom Erlös seiner Arbeit menschenwürdig zu leben und seine Familie zu ernähren. Stefan Kaiser erklärte, Albbruck habe den Titel der Fair-Trade-Kommune ebenfalls im Blick.

Manfred Trenkle, Werner Vökt, Stefan Kaiser, Florian Eckert, Ulrich Gottschalk, Dietmar Zäpernick und Willi Moosmann (von links) eröffneten die Faire Woche und wurden von den Pächtern des Steakhouse-Restaurants Maestro, Rusko (links) und Samir Omeragic, begrüßt.
Manfred Trenkle, Werner Vökt, Stefan Kaiser, Florian Eckert, Ulrich Gottschalk, Dietmar Zäpernick und Willi Moosmann (von links) eröffneten die Faire Woche und wurden von den Pächtern des Steakhouse-Restaurants Maestro, Rusko (links) und Samir Omeragic, begrüßt. | Bild: Michael Gottstein

Zwei Wochen lang bieten neun Gastronomen Gerichte aus fair gehandelten Zutaten an, das Café Heimelig in Hänner sogar das ganze Jahr. Trotz dieser positiven Signale gebe es viele in Armut lebende Menschen, denen die elementarsten Grundlagen, wie Bildung, Kapital für Investitionen und eine sichere Gesundheitsversorgung fehlten, sodass viele die einzige Lösung in der Migration sähen, erläuterte Moosmann und: „99 Prozent des Welthandels dominiert die konventionelle Wirtschaft, getrieben von der Maxime, die Produktionskosten immer weiter zu senken.“ Doch der faire Handel zeige, dass es auch anders gehe, mit menschenwürdiger Arbeit, existenzsichernden Löhnen und Solidarität. Die Verbraucher stünden in der Pflicht. Auch bei Einrichtungen, Firmen und Kommunen gebe es Verbesserungsbedarf.

Ulrich Gottschalk verwies auf die Verantwortung der Agrarpolitik: Nigeria habe einst eine Tomatenproduktion gehabt, jetzt werde das Land von billigen Produkten überschwemmt. Der Marktanteil des fairen Handels in Deutschland liege deutlich unter fünf Prozent. Manfred Trenkle berichtete, dass die großen Schweizer Supermarktketten faire Produkte anbieten: „Das senkt die Transportkosten und dann ändert sich schnell sehr viel.“ Die „Maestro“-Pächter Samir und Rusko Omeragic servierten ein Vier-Gang-Menü mit dem Titel „Danke Deutschland“ aus fair gehandelten Zutaten.

  • Die Faire Woche dauert noch bis 29. September. Am 18. September, 19 Uhr, gibt es im Münsterpfarrhof Bad Säckingen einen Vortrag über die wirtschaftliche Perspektiven für die Produzenten im „Globalen Süden“. Am 24. September, 9 Uhr, gibt es einen Familiengottesdienst in der Pfarrkirche Hänner, danach ein faires Frühstücksbuffet im Café Heimelig. Am 27. September präsentiert Omar Hurtado aus Bogotá von 11 bis 12.30 Uhr im Murger Weltlädeli Nachbildungen indianischen Goldschmucks.

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