Das ehemalige Zollhaus in Stein bei der Holzbrücke gegenüber von Bad Säckingen sorgt seit Jahren für heftige Diskussionen. Bei der jüngsten Gemeindeversammlung haben die Stimmberechtigten jetzt die Umbaupläne abgelehnt. Stein des Anstoßes war der Kredit über rund 990.000 Franken für die Sanierung des Gebäudes. Gegen die Entscheidung der Stimmbürger kann allerdings in einer Frist von 30 Tagen das Referendum ergriffen werden.

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Ursprünglich war geplant gewesen, das ehemalige Zollhaus mit einem Anbau zu versehen und zu einem Kulturhaus umzubauen. Doch die Steiner Stimmberechtigten hatten im Mai 2017 in der Referendumsabstimmung den Kredit von 1,2 Millionen Franken dafür deutlich abgelehnt.

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Gemeinderat Hansruedi Schlatter, Ressortleiter Hochbau, stellte das neue Projekt in seiner jetzigen Fassung vor. Eine neue Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, die insbesondere auch Personen einbezog, die sich entschieden gegen die ursprüngliche Projektplanung ausgesprochen hatten. Das neue Projekt sieht vor, das Erdgeschoss als „Zollhaus-Saal“ für Konzerte, Ausstellungen und Aufführungen, das Ober- und Dachgeschoss als einen „Escape Room“ für Veranstaltungen von Firmen und Institutionen zu nutzen. Als markanteste äußerliche Änderung ist ein dem Rhein zugewandtes Panoramafenster geplant, durch das die Besucher auf die Brücke, den Fluss und die Silhouette der Bad Säckinger Altstadt blicken können.

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Einige Anwesende sahen noch große Fragezeichen und meldeten erhebliche Zweifel an dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Investition, der geplanten Nutzung sowie den baulichen Gegebenheiten an. Bemängelt wurden die geringe Zahl an Sitzplätzen sowie die unzureichende Planung der Fluchtwege und der Lüftungsanlagen. Der Vorschlag einer Anwesenden, das Ober- und Dachgeschoss als Wohnungen und das Erdgeschoss als Café zu nutzen, erntete dagegen viel Beifall. Die Stimmberechtigten gaben kein grünes Licht und verweigerten die Zustimmung für den Sanierungskredit. Der Rückweisungsantrag wurde deutlich mit 81 Ja- zu 14 Nein-Stimmen angenommen.

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Von den 1568 Stimmberechtigten waren bei der Gemeindeversammlung 124 anwesend. Das Beschlussquorum wurde mit 314 Stimmen nicht erreicht. Alle gefassten Beschlüsse unterliegen dadurch dem fakultativen Referendum. Innerhalb von 30 Tagen kann gegen die Abstimmungsergebnisse das Referendum ergriffen werden.