Auch über ein Jahr nach dem Aus für das Spital Bad Säckingen ist zu spüren, wie sehr die Schließung die Bürger bis ins Mark getroffen hat – dies hat die Hauptversammlung des Fördervereins Pro Spital am Donnerstagabend im Pavillon der Rehaklinik gezeigt.

Der Andrang und das Interesse aus der Bevölkerung sind noch immer da, aber auch die Enttäuschung. Mehr als 60 Mitglieder haben den Verein im vergangenen Jahr verlassen, unter anderem wegen der Schließung des Krankenhauses.

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"Das Jahr 2018 war für uns ein Jahr der Selbstfindung", sagte die Vorsitzende Beatrix Köster rückblickend. Jetzt setzt der Verein alles daran, den nun geplanten Gesundheitscampus zu unterstützen. Wie Köster und Campusmanager Peter Mast ankündigten, wird sich der Verein finanziell an der Campuseinrichtung beteiligen.

Seit der Spitalschließung habe der Verein deutlich weniger Ausgaben, weshalb die Einnahmen nun in den Campus investiert werden sollen. Voraussichtlich wird Pro Spital dem Therapiezentrum etwas beisteuern. "Wir werden uns da gemeinsam überlegen, was Sinn macht", so Mast.

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Die Planungen für den Gesundheitscampus scheinen indes zügig voranzuschreiten, wie Mast und Bürgermeister Alexander Guhl mitteilten. "Unser Ziel ist 2022", unterstrich Guhl. Bis dahin sollen die ersten Praxen im Ärztezentrum öffnen.

Zur Erinnerung: Im ehemaligen Spitalgebäude soll im Untergeschoss ein Ärztezentrum eingerichtet, wo sich Ärzte der "klassischen Fachrichtungen" niederlassen wollen. Mast rechnet mit "sieben bis zehn Praxen". Genauere Angaben könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen.

Im Mai soll jedoch über die Entwurfspläne abgestimmt und im Anschluss die Mietverträge verhandelt werden. In den oberen Geschossen des ehemaligen Krankenhauses wird die Rehaklinik einziehen. Parallel dazu laufen die Planungen für den Neubau, dem modernen "Herzstück" des Gesundheitscampus.

Dort wird das Marienhaus einziehen, ebenso wie die geriatrisches Rehabilitation und ein Therapiezentrum. "Es laufen gerade die Raum- und Funktionsplanungen", so Mast. Denn neben dem medizinischen Angebot, muss in dem behindertengerechten Gebäude auch die Logistik, wie beispielsweise die Essensausgabe, funktionieren.

Außerdem soll auf dem Gelände rund um das ehemalige Spital ein Kindergarten, ein Wohnhaus und eine Rettungswache für das DRK gebaut werden. Letztere, so Guhl, wird vom DRK selbst geplant. Der gesamte Campus, mit den Neubauten, soll noch in diesem Jahr bei einem städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben werden.