Jeden Frühling stellt sich für Landwirte, Gärtner und Gartenbesitzer die selbe Frage: Wann können wir das Feld bestellen, wann mit den Gartenarbeiten beginnen und wann beginnt die Vegetation, nachhaltig zu wachsen? Bei dieser Problematik gibt es durch Temperaturaufzeichnungen eine Entscheidungshilfe. Ein Wert, der als eine zuverlässige Richtschnur gilt, ist die Grünlandtemperatur.

Um diese Grünlandtemperatur zu errechnen, summiert man alle Tagesmitteltemperaturen seit Januar auf und wenn dieser Wert dann über 200 steigt, ist die Zeit für Garten- oder Feldarbeiten angebrochen. Zur Berechnung der Summe werden nur die positiven Tagesmitteltemperaturen berücksichtigt. Die Daten aus dem Januar werden nur zur Hälfte gewichtet, jene aus dem Februar zu 75 Prozent und die Daten aus dem März zu 100 Prozent. Der Tag, an dem die Grünlandsumme den Wert 200 erreicht, gilt als der Start der Vegetationsperiode.

Bedingt durch einen rekordwarmen Januar, bei dem am Monatsende schon eine Grünlandtemperatur von 90 erreicht wurde (2017 war es zu diesem Zeitpunkt erst eine Grünlandtemperatur von 10) und einem deutlich zu kalten Februar und März wurde die Grünlandtemperatur in Bad Säckingen am 23. März, neun Tage später als vergangenes Jahr erreicht. Ein weiteres Kuriosum ist, dass wir in Bad Säckingen die bisher höchste Temperatur des Jahres mit 15,2 Grad Celsius (°C) am 3. Januar verzeichneten. Den frühesten Grünlandtemperatur-Termin seit 1997 gab es übrigens 2007: Schon am 28. Februar war der Wert von 200 erreicht. Den spätesten Termin gab es am 10. April 2013.

Nach den ersten beiden eher winterlichen, 1,8 °C zu kalten Märzdekaden steigen die Bad Säckinger Tageshöchsttemperaturen in den nächsten Tagen wieder in den zweistelligen Bereich. Wenn überhaupt, sinken die Nachttemperaturen höchstens noch leicht in den Frostbereich. Eine durchgreifende Wetterumstellung zu Frühlingswetter ist jedoch noch nicht in Sicht. Aber es gibt dennoch jetzt keine Ausrede mehr, um nicht auf das Feld und in den Garten zu gehen.