Mit zwei Orgelkonzerten und einer Komposition von Jean Sibelius gab der Orchesterverein Bad Säckingen ein meisterliches Konzert. Begleitet vom Solisten Matthias Flierl an der Orgel überzeugte der Orchesterverein. So hat sich das "Konzert nach Weihnachten", wie der Orchesterverein diese Konzertveranstaltung betitelt, schon zu einer kleinen Tradition in der Bad Säckinger Heilig-Kreuz-Kirche entwickelt. Und diese wird wohl auch noch weiter bestehen. Zumindest spricht die jüngste Ausgabe des Konzerts dafür, obgleich nicht alle Ränge in der Kirche besetzt waren.

Tiefe Akzentuierungen

Den Auftakt zu dem Konzert bildete das erste von zwei Orgelkonzerten aus der Feder von Josef Gabriel Rheinberger, die an dem Abend zu hören waren. In drei Sätzen durchliefen Orchester und Solist die unterschiedlichsten musikalischen Momente. Kräftig erklang das Grave, das tatsächlich überaus schwer anmutete – tiefe und starke Akzentuierungen, knallende Paukenschläge und eine fast schon epische Orgel kontrastierten immer wieder mit filigranen Streichen und verspielten, schnellen Läufen im Solo. Nach einer klingenden Fermate, nahmen die Musiker Abschied von der Härte, als sie das Andante anstimmten. Sanft geleiteten die Musiker durch die Melodien, bevor sie sich im Con Moto wieder am Ausdruck des ersten Satzes orientierten. Mit vielen Crescendi endete der finale Teil schließlich im großen Forte.

Finnische Klänge

Als Gegenpol zu den eher pompösen Orgelwerken, bestritten einzig die Streicher des Orchestervereins den mittleren Teil mit einem "Andante festivo" des finnischen Komponisten Sibelius. Ähnlich wie das bekannteste Stück von Sibelius, die "Finlandia", bestach auch das "Andante festivo" mit seinen lang gezogenen Tönen, die an unendliche Weiten und auch an romantische Melancholie erinnern.

Gutes Zusammenspiel

Zum Abschluss brillierte nochmals der Solist Matthias Flierl, der der Orgel vielschichtige musikalische Figuren mit einer außerordentlichen Leichtigkeit entlockte. Im zweiten Orgelkonzert von Rheinberger, das vom Aufbau dem ersten sehr ähnlich ist, konnte Flierl seine Virtuosität am besten herausspielen. Besonders gut gelang dabei auch das Zusammenspiel mit dem Orchesterverein, unter der Leitung von Klaus Kunzmann.

Die gegenseitigen Reaktionen waren sehr exakt, sodass sich Orchester und Solist scheinbar spielerisch in verschiedene Richtungen musizierten, um sich dann sogleich wieder zu finden. Belohnt wurden die Musiker mit begeistertem Applaus, welcher wiederum mit einer Zugabe von Flierl belohnt wurde: Der Organist verabschiedete sich mit einem "Allegro maestoso" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.