Die Verdienste Rudolf Eberles (1926 bis 1984) in den Bereichen Landespolitik, Wirtschaft, Verkehr und Fremdenverkehr sind hinlänglich bekannt und auf der Erinnerungstafel im Foyer der Bad Säckinger Schule, die seinen Namen trägt, vermerkt. Jüngst wurde diese Tafel um die nicht minder bedeutsamen Verdienste des Bad Säckinger Politikers im kulturellen Bereich ergänzt.

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Die im März 2017 eingeweihte Tafel entstand im Rahmen eines Schülerprojektes. Zwei Zwölftklässlerinnen sichteten Akten aus dem Rathaus, führten Interviews und gestalteten mit der Hilfe eines Grafikbüros eine Tafel, die auf der einen Seite die wichtigsten Daten aus Eberles Biografie und politischer Laufbahn, auf der anderen seine wichtigsten Projekte in Bezug auf die Region aufführt. Glücklicherweise blieb unten ein breiter Streifen frei, sodass drei wesentliche Beispiele seines kulturellen Engagements ergänzt werden konnten, ohne an der Gestaltung der Tafel etwas Grundlegendes zu ändern.

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Die Initiative ging von den Kartell- und Bundesbrüdern aus Eberles Studentenverbindung aus. Im Einzelnen sind dies Helfried Noll, Raphael Schopp, Friedbert Schmerbeck und Franz Schwendemann, die der katholischen Studentenverbindung beziehungsweise der Unitas angehören. Sie sorgten dafür, dass drei Aspekte ins rechte Licht gerückt wurden: Nachdem 1977 ein verheerender Brand im Kloster St. Blasien ausgebrochen war und die Kollegiengebäude verwüstet hatte, „trug man sich ernsthaft mit dem Gedanken, das Kloster und die Schule aufzugeben – dadurch wäre ein kultureller Mittelpunkt der ganzen Region auf der Strecke geblieben“, so Friedbert Schmerbeck und Franz Schwendemann.

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Doch Eberle setzte sich dafür ein, dass das Land mehrere Millionen Mark investierte und unverzüglich umfangreiche Sanierungsarbeiten einleitete, bei denen auch der vom Feuer weniger betroffene Dom einer gründlichen Restaurierung unterzogen wurde. Weiterhin befürwortete Eberle, dass das Land eine Bürgschaft von knapp einer Million Mark übernahm, um der Violinistin Anne-Sophie Mutter den Ankauf einer Stradivari zu ermöglichen. Auch zahlreiche überregional sowie lokal bedeutende Künstler wie HAP Grieshaber, Werner Dietz, Frowald Häusler und andere erfuhren Unterstützung, indem Eberle sich dafür einsetzte, dass Ministerien und Behörden deren Werke ankauften. Die Initiatoren zeigten sich mit der ergänzten Erinnerungstafel zufrieden und dankten dem stellvertretenden Schulleiter Christoph Henkes für die gute Zusammenarbeit.

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Zu Eberles Verdiensten zählen die Einführung des Wirtschaftsgymnasiums, die Renovierung des St.-Fridolins-Münsters, der Aufbau des Kurwesens und die Finanzierung der Rheinbrücke sowie des zweigleisigen Bahnausbaus.

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