„Wir stehen vor der größten Transformation in der Geschichte der Städte“, sagte Gerhard Zickenheiner, Grünen-Bundestagsabgeordneter aus Lörrach, der auf Einladung des Bad Säckinger Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen Impulse zum Thema „Stadtentwicklung im Zeichen des Klimawandels“ gab. Auf einem Spaziergang durch die Stadt erläuterte der Architekt und Stadtentwickler, der seit Beginn des Jahres Abgeordneter in Berlin ist, die allen Städten eigene Problematik, die auch in Bad Säckingen deutlich zu sehen ist: „Die Gestaltung der Städte basiert auf dem Verkehr“, erklärte Zickenheiner auf der Lohgerbe, früher mit vielen Pappeln begrünt.

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Mobilität (Ausbau Öffentlicher Nahverkehr und Radverkehr) ist bei Zickenheiner einer der zentralen Punkte künftiger Stadtentwicklung. Ebenso die Energieertüchtigung der Gebäude, Dachbegrünung als Wasserspeicher, Luftfilter und natürliche „Klimageräte“ sowie die Digitalisierung. Letztere schaffe vor allem auch im ländlichen Raum Arbeitsplätze, so Zickenheiner.

Den Kommunen kommt laut Zickenheiner bei der Stadtentwicklung gemäß der Agenda 2030 eine zentrale Rolle zu: „Ohne die Kommunen bekommen wir den Klimawandel nicht hin“, so Zickenheiner bei der anschließenden Gesprächsrunde im „Margarethen Schlössle“. Die Geldmittel sollen aus einer Erweiterung der Städtebauprogramme und über Finanzierungsmodelle wie zum Beispiel Innovationsfonds fließen. Als gelungenes Beispiel für Stadtentwicklung nannte Zickenheiner die Schweizer Nachbarstadt Basel: „Wir können von Basel lernen. Rüberfahren und anschauen.“

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Beispiele für zukunftsweisende und positive Stadtentwicklung gebe es aber durchaus schon jetzt auch in Bad Säckingen: Der Parkplatz auf dem Auplatz, auf dem viele Bäume durch ein unterirdisches Bewässerungssystem versorgt werden. Oder die Bebauung in der Austraße im ehemaligen Areal Schlachthof. Was Zickenheiner hier lediglich vermisste, ist ein Gemeinschaftsplatz: „Wohnen heißt vor allem auch sozialisiert werden und lernen, miteinander umzugehen. Das wird im Städtebau oft unterschätzt.“

Zickenheiner appellierte, in Sachen Stadtentwicklung zusammenzuarbeiten und die Bürger zu beteiligen. Einig war sich die Gesprächsrunde auch darin, dass vorhandene Ideen und Ressourcen zu nutzen seien. In Sachen Mobilität ist bereits Neues auf dem Weg. Am Montag befürwortete der Gemeinderat, ein Bürgerbuskonzept für Harpolingen und Rippolingen ausarbeiten zu lassen.