Bad Säckingen "Das Schlimmste ist eingetreten": Reaktionen der Parteisprecher aus Bad Säckingen

Enttäuschung, Trauer aber auch Freude über das unerwartet gute Ergebnis der eigenen Partei: Die Reaktion der Parteisprecher am Hochrhein fällt nach der Wahl durchaus unterschiedlich aus.

  • Rüdiger Leykum, Vorsitzender der Bad Säckinger CDU, wertet das Wahlergebnis als "positiv für den Wahlkreis", denn dieser werde mit Felix Schreiner (CDU) und Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) auch in Zukunft von zwei Abgeordneten vertreten. Gleichwohl seien die teils extremen Stimmenverluste für die CDU "drastisch" und "das Entsetzen groß, dass die AfD so stark davon profitiert hat", so Leykum. Wie sich das Ganze auf die Bundespolitik auswirken werde, müsse sich weisen: "Wir sind sehr gespannt, aber ich kann mir eine Jamaika-Koalition durchaus vorstellen."
  • Alexander Wunderle, SPD-Vorsitzender, spricht von einem "traurigen Abend für die SPD und die Bundesrepublik." Seine Partei sei trotz guter Arbeit abgestraft worden: "Vielleicht waren wir zu brav und haben es zu sehr zugelassen, dass Kanzlerin Merkel sich die Erfolge zunutze gemacht hat." Er hoffe, dass die SPD nun in die Opposition gehe – auch, um zu zeigen, was Deutschland ohne die Sozialdemokratie in der Regierung fehle. Dass Rita Schwarzelühr-Sutter den Sprung ins Parlament erneut geschafft habe, sei ein Erfolg, so Wunderle. Dass ihr CDU-Kontrahent Felix Schreiner das Landtagsmandat zugunsten des Bundestages aufgegeben habe sei hingegen "verantwortungslos", denn nun verfüge der Landkreis Waldshut auf Landesebene über keine Stimme mehr.
  • Ruth Cremer-Ricken (Grüne) wertet das durchweg gute Abschneiden des Kandidaten Ulrich Martin Drescher im Wahlkreis als Zeichen für den Erfolg von dessen "engagiertem Wahlkampf". Zugleich zeige sich, dass "der Wahlkreis ein erhebliches Potenzial im Grünen Bereich hat." Die Freude darüber werde durch das Abschneiden des Grünenkandidaten im Nachbarlandkreis Lörrach, der den Sprung ins Parlament geschafft hat, noch getoppt, so Cremer-Ricken. Auf jeden Fall stünden "spannende Koalitionsverhandlungen" bevor. Momentan gebe es aus ihrer Sicht keinen Anlass zur Euphorie: "Den Grünen steht ein heftiges Arbeitsprogramm bevor."
  • Angelo de Rosa, Linken-Stadtrat, zeigt sich erfreut über das Abschneiden seiner Partei: "Ich bin den Wählern dankbar, es ist Lohn für unsere engagierte Arbeit." Diesen Erfolg wolle die Partei auch auf die Arbeit im Kommunalen ummünzen. Ansonsten sei "das Schlimmste eingetreten", so de Rosa im Hinblick auf den Erfolg der AfD: "Das wird ein großes Problem." Andererseits habe die AfD offenbar den noch weiter rechts angesiedelten Parteien das Wasser abgegraben.
  • Wolfgang Eckert, FDP Stadtverband Bad Säckingen Wehr, hofft, dass der Erfolg der Liberalen auf Bundesebene der Partei auch im Lokalen neuen Auftrieb verschaffe: "Wir haben in der Region stark zugelegt. Liberale Ideen kommen also bei den Menschen am Hochrhein gut an." Nun hoffe er, dass diese Ideen auch bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen zum Tragen kommen. "Für konkrete Bündnis-Zusagen ist es ohnehin noch zu früh." Zunächst müssten die Verantwortlichen das Ergebnis analysieren.
Markus Baier

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