Bad Säckingen Das Konzert des Orchestervereins Bad Säckingen ist ein großer Abend für junge Talente

Die Nachwuchsmusikerinnen Natalia Dauer, Hanna und Katrin Friedrich geben ihr Konzertdebüt mit dem Orchesterverein Bad Säckingen und begeistern das Publikum mit Virtuosität und Spielfreude.

Die preisgekrönten Talente Natalia Dauer und die Zwillingsschwestern Hanna und Katrin Friedrich feierten als Solistinnen im Kursaal ihr umjubeltes Debüt mit dem Orchesterverein Bad Säckingen. Für alle drei war das Konzert ein voller Erfolg. Das Publikum zeigte sich von den musikalischen Leistungen und der virtuosen Gestaltung der Soli hellauf begeistert.

Bis auf Dauers Celloprofessor, Ivan Monighetti, waren die Lehrer der Ausnahmetalente anwesend; der Klavierprofessor blätterte seiner Schülerin sogar die Noten um. Mit dem Orchesterverein sind sie zum ersten Mal aufgetreten. Dirigent Klaus Kunzmann aus Waldshut sei von den Mädchen so fasziniert gewesen, dass er bei den Proben fast vergessen habe, die Einsätze zu geben, sagte die Vorsitzende, Ortrud Merkert, scherzhaft. Das passierte bei der Aufführung nicht.

Unter Kunzmanns umsichtiger Leitung war das Orchester, das mit Benjamin Brittens „Simple Symphony“ in sattem Ensembleklang den Auftakt machte, den Nachwuchsmusikerinnen in den zwei Instrumentalkonzerten ein verlässlicher Begleiter. Die drei aufstrebenden Künstlerinnen waren den Anforderungen der von ihren Musikpädagogen vorgeschlagenen Werke voll gewachsen. Sie meisterten sie geradezu mühelos, mit Elan und einer Frische, die das Publikum staunen ließ.

Wenn Natalia Dauer den Bogen ansetzt, entlockt sie dem Konzert für Cello und Streichorchester in c-Moll des jüngsten Bach-Sohnes, Johann Christian, galante Töne, die im expressiven Adagio-Mittelsatz schon die romantischen Seiten dieses Londoner Bachs und im Finalsatz das für ihn so typische singende Allegro zum Vorschein bringen. Die 18-Jährige glänzt mit schönen, ausdrucksstarken Cellokantilenen, gefühlvollem Spiel, sicherem und reinem Ton und einer reifen Gestaltung, die schon auf eine interpretatorische Durchdringung des Materials verweist.

Das konnte sich hören lassen, wie die Zugabe auch, der auf den Saiten dahingleitende Schwan aus dem „Karneval der Tiere“.

Die jugendliche Lust an der Brillanz setzte sich nach der Pause fort. Die Friedrich-Zwillinge spielten das selten zu hörende Konzert für Violine, Klavier und Orchester in d-Moll von Felix Mendelssohn, ein anspruchsvolles Jugendwerk, äußerst schwung- und temperamentvoll. Das große Lauf-Pensum bewältigten sie technisch tadellos.

Mit Feuereifer stürzten sich Katrin (Violine) und Hanna Friedrich (Flügel) in die Musik und sorgten für ein spannendes Wechselspiel. Die 16-Jährigen schenkten dem jungen Komponisten alles an Dynamik, rhythmischer Kraft und klarem Ton. Geradezu elektrisierend war ihre Kadenz im ausgedehnten ersten Satz. Bei der Klangaufteilung trat das Orchester etwas zurück zugunsten seiner Solistinnen. Das Klavier konnte man als etwas zu dominant empfinden, aber die Geige setzte sich mit kraftvollem Bogen und vollem Spiel gut durch. In der Csardas-Zugabe setzten die Musiker noch einiges an Virtuosität drauf.


Nachwuchstalente

Die Jugendmusikschule Bad Säckingen war die musikalische Wiege der drei jungen Musikerinnen. Darauf wies die Vorsitzende des Orchestervereins Bad Säckingen, Ortrud Merkert, in ihrer Begrüßung hin. Inzwischen werden die Ausnahmetalente an der Musikakademie Basel unterrichtet: Hanna und Katrin Friedrich (16) in der Talentförderklasse und die Cellistin Natalia Dauer (18) im Vorstudium als Jungstudentin. Die Musikhochschule ist schon fast ihre zweite Heimat. Natalia Dauer kann man am 1. und 2. August beim Festival Junge Klassik im Schlössle Laufenburg wieder hören.

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