Zu einem außergewöhnlichen Konzert mit vielen Überraschungen hatte der Gesangverein Liederkranz in den Gemeindesaal Rippolingen eingeladen. Das Programm unter dem Titel „Liebeskummer“ hielt, was es versprach. Der Saal war voll besetzt und die Stimmung war hervorragend. Die Veranstaltung findet seit zehn Jahren in Kooperation mit dem Schulchor und der Schulband der Josef-Anton-Sickinger-Grundschule statt.

Dieses Jahr war die Grundschule mit den Klassen eins bis vier präsent und somit war quirliges Leben im Saal. Die Kinderschar nahm auf einer Bank direkt am Bühnenvorhang Platz. Die räumliche Enge und eine etwas hakelige Beleuchtung brachten den Vorsitzenden Manfred Wenisch aber nicht im Geringsten aus der Ruhe. Mit seiner besonnenen Art führte er souverän durch das Konzertprogramm.

Nach einer kurzen Begrüßung ging es gleich forsch an den Gesang. Den Auftakt machte der Gesangverein Liederkranz selbst unter der Leitung von Hubert Alznauer mit dem Lied „Meine Stimme klinge“ von Valentin Rathgeber. Nach der Ehrung der beiden Sänger Thomas Gehr und Berthold Lütte für 25 Jahre Mitgliedschaft ging es gleich weiter mit einem Liebeskummer-Medley. Da wurden Evergreens wie „Weine nicht, kleine Eva“ und „Ramona“ zum Besten gegeben.

Anschließend durften der Schulchor und die Schulband der Josef-Anton-Sickinger-Grundschule unter der Leitung von Steffen Wurster auf die Bühne. „Shalala die Zahnpasta ist leer“ und „Verkehrsrap Augen auf“ begeisterten nicht nur die anwesenden Eltern, sondern alle Zuhörer. Aber für die Interpretation von Michael Jackson Welthit „Wir sind die Welt, Wir sind die Zukunft, Wir sind die Kinder einer neuen Zeit“ gab es dann besonders tobenden Applaus.

Beim stimmgewaltigen Shanty-Chor, bestehend aus Sängern von den Vierteleschlotzern aus Wehr, vom Männerchor Murg und vom Liederkranz, übernahm der 93-jährige Willli Backschat das Ruder, da Hubert Alznauer am Schifferklavier begleitete. Sie ließen lautstark Seemannslieder erklingen. Der wilde Missouri-Shanty „Oh Shenandoah“ wurde so eindrucksvoll vorgetragen, dass den Zuhörern ein Schauer über den Rücken lief.

Der Frauenchor, auch liebevoll Frauenchörchen genannt, wurde von zwei Liederkranzherren unterstützt und trug eine ganz andere musikalische Stilrichtung vor. Unter der Leitung von Marina Matt waren ungewohnte Töne zu hören: Techno und Reggae.

Dann gab es wieder eine Kehrtwende mit Medleys von Liedern der 60er und 70er Jahre. Der Vorsitzende leitete mit den Worten ein: „Mit Rote Lippen küssen fängt es an und mit Liebeskummer endet es.“ Der Abend wurde später und die Kinder unruhiger. Aber als „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher ertönte, waren sie wieder hellwach und begleiten die Sänger mit rhythmischem Klatschen. Alles, alles geht vorbei – auch die Müdigkeit – so waren der Schulchor und der gemischte Chor bereit für die Abschlusslieder unter der Leitung von Steffen Wurster. Wie könnte es auch anders sein, die mehr als 60 Akteure auf der Bühne begannen mit dem Lied „Coolster Chor“ von Christof Unterberger. Der einzige Wermutstropfen am Schluss des Konzerts war die Erkenntnis: Das Konzert findet erst wieder in zwei Jahren statt.